Stückdeckungsbeitrag: Definition, Formel und Beispiel

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Der Stückdeckungsbeitrag gibt an, welchen Betrag jede verkaufte Produkteinheit zur Deckung der Fixkosten und zur Erzielung von Gewinn beiträgt. Er ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis pro Stück und den variablen Stückkosten und bildet die Grundlage der Deckungsbeitragsrechnung im Rahmen der Teilkostenrechnung.

Was ist der Stückdeckungsbeitrag?

Der Stückdeckungsbeitrag (auch Deckungsbeitrag pro Stück oder db) zeigt, wie viel von jedem verkauften Stück übrig bleibt, nachdem die variablen Kosten dieses Stücks abgezogen wurden. Dieser Restbetrag steht zunächst zur Verfügung, um die Fixkosten zu decken. Sobald alle Fixkosten gedeckt sind und damit die Gewinnschwelle (Break-even-Point) erreicht ist, trägt jeder weitere Stückdeckungsbeitrag unmittelbar zum Gewinn bei. Damit grenzt sich die Teilkostenrechnung bewusst von der Vollkostenrechnung ab, die Fixkosten auf die einzelnen Stücke verteilt.

  • Stückdeckungsbeitrag = Verkaufspreis pro Stück − variable Stückkosten
  • Gesamtdeckungsbeitrag = Stückdeckungsbeitrag × Absatzmenge
  • Gewinn = Gesamtdeckungsbeitrag − Fixkosten

Berechnung und Beispiel

Ein Unternehmen verkauft ein Produkt für 50 € pro Stück. Die variablen Stückkosten (Material, Fertigungslöhne, variable Gemeinkosten) betragen 30 € pro Stück. Die Fixkosten liegen bei 40.000 € im Monat.

  • Stückdeckungsbeitrag = 50 € − 30 € = 20 €
  • Break-even-Menge = 40.000 € ÷ 20 € = 2.000 Stück

Erst ab dem 2.001. Stück erwirtschaftet das Unternehmen Gewinn. Werden im Monat 3.000 Stück verkauft, ergibt sich ein Gesamtdeckungsbeitrag von 60.000 € und nach Abzug der Fixkosten ein Gewinn von 20.000 €. An diesem Beispiel zeigt sich, dass schon eine kleine Änderung der Absatzmenge das Ergebnis spürbar beeinflusst.

Bedeutung für unternehmerische Entscheidungen

Der Stückdeckungsbeitrag ist ein wichtiges Instrument für kurzfristige Entscheidungen:

  • Preisuntergrenze: Die kurzfristige Preisuntergrenze entspricht den variablen Stückkosten. Solange der Preis darüber liegt, ist der Stückdeckungsbeitrag positiv und ein Zusatzauftrag lohnt sich.
  • Produktprogramm: Produkte mit höherem Stückdeckungsbeitrag sind vorrangig zu fördern, schwache Produkte gegebenenfalls aus dem Sortiment zu nehmen.
  • Engpassrechnung: Bei knappen Kapazitäten ist der relative Deckungsbeitrag je Engpasseinheit entscheidend, nicht der absolute Stückdeckungsbeitrag.
  • Make-or-Buy: Der Stückdeckungsbeitrag hilft bei der Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug.

Da Fixkosten bei dieser Betrachtung nicht den einzelnen Stücken zugerechnet werden, vermeidet die Deckungsbeitragsrechnung Fehlentscheidungen, die bei einer Vollkostenrechnung durch die pauschale Schlüsselung der Fixkosten entstehen könnten.

Eine Weiterentwicklung ist die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (Fixkostendeckungsrechnung). Dabei werden die Fixkosten nicht als ein Block behandelt, sondern in Schichten aufgeteilt – etwa Erzeugnisfixkosten, Erzeugnisgruppenfixkosten, Bereichsfixkosten und Unternehmensfixkosten. So lässt sich erkennen, welche Produkte oder Sparten ihre direkt zurechenbaren Fixkosten selbst tragen und welchen Beitrag sie zur Deckung der übergeordneten Fixkosten leisten. Der einstufige Stückdeckungsbeitrag bleibt dabei die Ausgangsgröße. Diese differenzierte Betrachtung verbessert die Aussagekraft erheblich, weil ein Produkt mit positivem Stückdeckungsbeitrag auf einer höheren Stufe wegen hoher zurechenbarer Fixkosten dennoch defizitär sein kann.

Häufige Fragen zum Stückdeckungsbeitrag

Was sagt ein negativer Stückdeckungsbeitrag aus?

Ein negativer Stückdeckungsbeitrag bedeutet, dass der Verkaufspreis unter den variablen Stückkosten liegt. Mit jedem zusätzlich verkauften Stück steigt der Verlust. Solche Produkte sollten kurzfristig nicht weiter produziert werden.

Worin unterscheiden sich Stückdeckungsbeitrag und Gesamtdeckungsbeitrag?

Der Stückdeckungsbeitrag bezieht sich auf eine einzelne Einheit, der Gesamtdeckungsbeitrag auf die gesamte Absatzmenge. Der Gesamtdeckungsbeitrag ergibt sich durch Multiplikation des Stückdeckungsbeitrags mit der verkauften Stückzahl.

Warum ist der Stückdeckungsbeitrag für die Preisuntergrenze wichtig?

Die kurzfristige Preisuntergrenze liegt bei den variablen Stückkosten. Solange der Preis darüber liegt, leistet jedes Stück einen positiven Beitrag zur Deckung der Fixkosten – auch wenn der Vollkostenpreis nicht erreicht wird.

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