Angebotskurve

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Die Angebotskurve ist die grafische Darstellung des Zusammenhangs zwischen dem Preis eines Gutes und der Menge, die die Anbieter zu diesem Preis auf dem Markt verkaufen wollen. Sie ist ein zentrales Instrument der Mikroökonomie und bildet gemeinsam mit der Nachfragekurve die Grundlage der Preisbildung auf Märkten.

Steigende Angebotskurve und fallende Nachfragekurve im Preis-Mengen-Diagramm mit Marktgleichgewicht.
Die Angebotskurve steigt mit dem Preis; im Schnittpunkt mit der Nachfrage liegt das Marktgleichgewicht (p*, x*).

Was ist die Angebotskurve?

Die Angebotskurve gibt für jeden möglichen Preis die zugehörige angebotene Menge an. In einem Diagramm wird üblicherweise der Preis auf der senkrechten Achse und die Menge auf der waagerechten Achse abgetragen. Typischerweise verläuft die Angebotskurve steigend von links unten nach rechts oben. Das bedeutet:

  • Steigt der Preis eines Gutes, sind die Anbieter bereit, eine größere Menge anzubieten.
  • Sinkt der Preis, verringert sich die angebotene Menge.

Der Grund liegt im sogenannten Angebotsgesetz: Höhere Preise machen die Produktion lohnender, sodass auch Anbieter mit höheren Kosten in den Markt eintreten und vorhandene Anbieter ihre Produktion ausweiten.

Bewegung auf der Kurve und Verschiebung der Kurve

Bei der Analyse der Angebotskurve ist zwischen zwei Veränderungen zu unterscheiden:

  • Bewegung entlang der Kurve: Ändert sich nur der Preis des Gutes, bewegt man sich auf der bestehenden Kurve. Die angebotene Menge passt sich an.
  • Verschiebung der gesamten Kurve: Ändern sich andere Einflussgrößen, verschiebt sich die ganze Kurve.

Zu einer Verschiebung führen unter anderem:

  • Produktionskosten: sinkende Kosten verschieben die Kurve nach rechts (mehr Angebot)
  • Technischer Fortschritt: effizientere Produktion erhöht das Angebot
  • Anzahl der Anbieter: mehr Anbieter erhöhen das Gesamtangebot
  • Steuern und Subventionen: Subventionen erhöhen, Steuern verringern das Angebot

Der Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve bildet das Marktgleichgewicht. Hier stimmen angebotene und nachgefragte Menge überein und es ergibt sich der Gleichgewichtspreis.

Elastizität und Marktformen

Wie stark die angebotene Menge auf eine Preisänderung reagiert, beschreibt die Angebotselastizität. Reagiert die Menge stark, spricht man von einem elastischen Angebot, reagiert sie kaum, von einem unelastischen Angebot. Kurzfristig ist das Angebot oft unelastisch, weil Kapazitäten nicht sofort ausgeweitet werden können. Langfristig wird es elastischer, da Unternehmen Anlagen anpassen und neue Anbieter in den Markt eintreten können.

Die Gestalt der Angebotskurve hängt zudem von der Marktform ab. Bei vollständiger Konkurrenz mit vielen kleinen Anbietern ergibt sich die Marktangebotskurve aus der Summe der einzelnen Angebotskurven. In einem Monopol mit nur einem Anbieter wird die Preisbildung dagegen durch dessen Marktmacht bestimmt, sodass die klassische Angebotskurve dort nicht in gleicher Weise vorliegt.

Häufige Fragen zur Angebotskurve

Warum verläuft die Angebotskurve steigend?

Mit steigendem Preis wird die Produktion rentabler. Anbieter können höhere Kosten decken und steigern deshalb ihr Angebot. Dieser positive Zusammenhang zwischen Preis und Menge wird als Angebotsgesetz bezeichnet und führt zum typisch steigenden Verlauf.

Was unterscheidet Angebots- und Nachfragekurve?

Die Angebotskurve verläuft steigend und zeigt die Verkaufsbereitschaft der Anbieter. Die Nachfragekurve verläuft fallend und zeigt die Kaufbereitschaft der Nachfrager. Ihr Schnittpunkt bestimmt den Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge.

Was verschiebt die Angebotskurve?

Während ein veränderter Preis nur eine Bewegung entlang der Kurve auslöst, verschieben Faktoren wie Produktionskosten, technischer Fortschritt, die Zahl der Anbieter sowie Steuern und Subventionen die gesamte Kurve nach rechts oder links.

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