Nachfragefunktion

Die Nachfragefunktion ist in engem Zusammenhang mit der Preiselastizität zu sehen. Man kann eine Nachfragefunktion aus einer für einen bestimmten Preis des betreffenden Gutes insgesamt nachgefragten Menge dadurch errechnen, dass man untersucht, wie relativ (=prozentuell) sich die nachgefragte Menge nach diesem Gut ändert, wenn sich der Preis in einem bestimmten (prozentuellen) Ausmaß verändert.

Man nennt diese Größe Preiselastizitäts-Koeffizienz oder kürzer Preiselastizität. Die Preiselastizität, welche die relative (Nachfrage-) Mengenänderung im Verhältnis zu einer relativen Preisänderung bei einem bestimmten Gut anzeigt, kommt in der mikroökonomischen Preistheorie große Bedeutung zu. Denn es hängt von dieser Preiselastizität ab, ob Preisänderungen ein absatzpolitisches Instrument darstellen oder nicht.

Ist die Preiselastizität Null (das heißt ergibt eine Preiserhöhung oder eine Preissenkung überhaupt keine Mengenänderung), dann spricht man von einer „völlig unelastischen“ oder „starren“ Nachfrage. Bei einer solchen starren Nachfrage ist eine Preisänderung kein brauchbares Absatzinstrument, weil bei starrer Nachfrage durch eine Preisänderung – insb. Preisherabsetzung – nur der Erlös geschmälert wird, die Preisermäßigung aber keinen Mengenzuwachs zur Folge hat. In diesem Fall sollte man den Preis stark erhöhen, da die Nachfrage gleich bleibt.

Der Preis wird hingegen für eine Erlössteigerung umso brauchbarer, je elastischer die Nachfrage ist. Bei sehr unelastischer Nachfrage (der Preiselastizitäts-Koeffizienz liegt zwischen 0 und 1) ist der prozentuelle Mengenzuwachs allerdings noch kleiner als das Ausmaß der prozentuellen Preissenkung. Bei elastischer Nachfrage (der Preiselastizitäts-Koeffizienz ist 1) ist das relative Änderungsergebnis gleich. Sinkt der Preis um 5%, steigt die Nachfrage um 5%.

Bei sehr elastischer Nachfrage (der Preiselastizitäts-Koeffizienz ist größer als 1, aber kleiner als unendlich) ist die prozentuelle Mengenänderung größer als die prozentuelle Preisänderung und bei „vollkommen elastischer Nachfrage“ (der Preiselastizitäts-Koeffizienz ist unendlich) würde dem Betrieb schon bei einer kleinen Preissenkung die gesamte Nachfrage zuwachsen, was in der Regel produktionskapazitätsmäßig nicht zu verkraften ist, sodass ein anderes Auswahlkriterium herangezogen werden muss, um festzustellen, welche Kunden beliefert werden und welche nicht.

Eine Errechnung der Gesamtnachfrage nach dem hier dargestellten Preiselastizitäts-Koeffizienzen ergibt eine lineare Nachfragekurve. Die Nachfragekurve muss in der Realität aber nicht linear sein. In diesem Fall müsste zu ihrer Errechnung auf die sogenannte Bogenelastizität zurückgegriffen werden.

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