Kostenträgerstückrechnung vs. Kostenträgerzeitrechnung: Unterschiede und Anwendung

Home » Kostenträgerstückrechnung vs. Kostenträgerzeitrechnung: Unterschiede und Anwendung

Die Kostenträgerrechnung ist der dritte Schritt der Kostenrechnung nach Kostenartenrechnung und Kostenstellenrechnung. Sie beantwortet die Frage: „Wie viel kostet ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung?“ Je nach Fragestellung unterscheidet man zwischen Kostenträgerstückrechnung (Stückkostenberechnung) und Kostenträgerzeitrechnung (Periodenergebnisrechnung).

Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation)

Die Kostenträgerstückrechnung berechnet die Kosten pro Einheit eines Produktes (Stück). Sie ist die Grundlage für Preiskalkulation und Make-or-Buy-Entscheidungen.

Kalkulationsart Anwendung
Vorkalkulation Vor der Produktion: Angebotspreis ermitteln
Mitlaufende Kalkulation Während der Produktion: Kontrolle der Plankosten
Nachkalkulation Nach der Produktion: Ist-Kosten ermitteln, Abweichungen analysieren

Kalkulationsschema (Zuschlagskalkulation)

Position Betrag
Fertigungsmaterial 50 €
+ Materialgemeinkosten (20 %) 10 €
= Materialkosten 60 €
+ Fertigungslöhne 30 €
+ Fertigungsgemeinkosten (150 %) 45 €
= Fertigungskosten 75 €
= Herstellkosten 135 €
+ Verwaltungsgemeinkosten (10 %) 13,50 €
+ Vertriebsgemeinkosten (8 %) 10,80 €
= Selbstkosten 159,30 €
+ Gewinnzuschlag (20 %) 31,86 €
= Angebotspreis (netto) 191,16 €

Kostenträgerzeitrechnung (Kurzfristige Erfolgsrechnung)

Die Kostenträgerzeitrechnung stellt die Kosten dem Erlös über eine Periode (z.B. Monat, Quartal) gegenüber und ermittelt das Betriebsergebnis. Sie kann nach dem Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren erfolgen.

Merkmal Kostenträgerstückrechnung Kostenträgerzeitrechnung
Bezugsobjekt Ein Stück / Einheit Eine Periode (z.B. Monat)
Zweck Preiskalkulation, Produktkosten Periodenerfolg, Betriebsergebnis
Ergebnis Selbstkosten, Herstellkosten Betriebsgewinn/-verlust
Typische Methode Zuschlagskalkulation, Divisionskalkulation GKV, UKV, Deckungsbeitragsrechnung

Verwandte Themen

Prüfungstipp: Im Kalkulationsschema zählen die Zuschlagsätze! Sie werden auf die jeweiligen Einzelkosten angewandt: Materialgemeinkosten-% auf Fertigungsmaterial, Fertigungsgemeinkosten-% auf Fertigungslöhne, Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten-% auf die Herstellkosten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen