Kostenträgerstückrechnung vs. Kostenträgerzeitrechnung

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Die Kostenträgerstückrechnung und die Kostenträgerzeitrechnung sind die beiden Bestandteile der Kostenträgerrechnung, also der dritten Stufe der Kosten- und Leistungsrechnung. Sie beantworten zwei unterschiedliche Fragen: Wofür sind Kosten je Stück angefallen und welches Betriebsergebnis ergibt sich in einer Periode?

Gegenüberstellung Kostenträgerstückrechnung (Kosten je Produkt) und Kostenträgerzeitrechnung (Erfolg je Periode).
Die Stückrechnung ermittelt die Kosten je Produkt, die Zeitrechnung das Betriebsergebnis je Periode.

Was ist der Unterschied zwischen den beiden Verfahren?

Die Kostenträgerrechnung verteilt die Kosten auf die betrieblichen Leistungen, die sogenannten Kostenträger. Dabei verfolgt sie zwei Zielrichtungen: Die Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation) ermittelt die Selbstkosten je Stück oder Auftrag und bildet damit die Grundlage der Preisbestimmung. Die Kostenträgerzeitrechnung (kurzfristige Erfolgsrechnung) stellt für einen Zeitraum die Kosten den Leistungen gegenüber und ermittelt das Betriebsergebnis. Beide greifen auf dieselben Daten aus der Kostenarten- und Kostenstellenrechnung zurück, werten sie aber mit unterschiedlichem Bezug aus: das Stück gegenüber dem Zeitraum.

Die Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation)

Die Kostenträgerstückrechnung bezieht die Kosten auf eine einzelne Leistungseinheit. Je nach Fertigungstyp kommen verschiedene Kalkulationsverfahren zum Einsatz:

  • Divisionskalkulation bei einheitlicher Massenfertigung (Gesamtkosten geteilt durch Stückzahl).
  • Äquivalenzziffernkalkulation bei verwandten Produkten in Sortenfertigung.
  • Zuschlagskalkulation bei Einzel- und Serienfertigung mit unterschiedlichen Einzel- und Gemeinkosten.

Beispiel Divisionskalkulation: Betragen die Gesamtkosten einer Periode 200.000 € und werden 5.000 Stück gefertigt, ergeben sich Selbstkosten von 40 € je Stück. Diese Information ist für Angebotspreise und die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit unverzichtbar. Man unterscheidet außerdem die Vor-, Zwischen- und Nachkalkulation je nachdem, ob vor, während oder nach der Leistungserstellung gerechnet wird.

Die Kostenträgerzeitrechnung (kurzfristige Erfolgsrechnung)

Die Kostenträgerzeitrechnung betrachtet alle Kostenträger einer Abrechnungsperiode gemeinsam und ermittelt das Betriebsergebnis. Sie kann nach zwei Verfahren aufgebaut werden:

  • Gesamtkostenverfahren: Alle Kosten der Periode werden den gesamten Leistungen einschließlich Bestandsveränderungen gegenübergestellt.
  • Umsatzkostenverfahren: Den Umsatzerlösen werden nur die Selbstkosten der tatsächlich abgesetzten Produkte gegenübergestellt.

Während die Stückrechnung also auf das einzelne Produkt zielt, liefert die Zeitrechnung einen periodenbezogenen Erfolgsausweis. Sie ergänzt damit die handelsrechtliche Gewinn- und Verlustrechnung um eine kurzfristige, interne Steuerungsgröße, die monatlich oder quartalsweise erstellt werden kann und dem Management schnelle Rückmeldung über die Wirtschaftlichkeit gibt.

In der Praxis ergänzen sich beide Verfahren zu einem geschlossenen Abrechnungskreis. Die Kostenträgerstückrechnung liefert die kalkulatorischen Selbstkosten je Einheit, die anschließend mit den abgesetzten Mengen multipliziert in die Kostenträgerzeitrechnung einfließen. So lässt sich nicht nur das gesamte Betriebsergebnis ermitteln, sondern auch erkennen, welche Produkte oder Produktgruppen besonders profitabel sind und welche das Ergebnis belasten. Diese Erkenntnisse sind die Grundlage für Entscheidungen über Sortimentsbereinigungen, Preisanpassungen oder die Förderung einzelner Produktlinien. Damit gehen die beiden Teilrechnungen weit über eine reine Dokumentation hinaus und werden zu einem aktiven Steuerungsinstrument des Controllings.

Häufige Fragen zur Kostenträgerstück- und Kostenträgerzeitrechnung

Wozu dient die Kostenträgerstückrechnung?

Sie ermittelt die Selbstkosten je Stück oder Auftrag und bildet damit die Grundlage für die Preiskalkulation, die Angebotserstellung und Make-or-buy-Entscheidungen.

Was zeigt die Kostenträgerzeitrechnung?

Die Kostenträgerzeitrechnung zeigt das Betriebsergebnis einer Periode, indem sie die Kosten den Leistungen gegenüberstellt. Sie dient als kurzfristige Erfolgskontrolle des Unternehmens.

Hängen beide Verfahren zusammen?

Ja. Beide greifen auf die Ergebnisse der Kostenarten- und Kostenstellenrechnung zurück. Die Stückrechnung liefert die Selbstkosten je Einheit, die in der Zeitrechnung zur Erfolgsermittlung weiterverwendet werden.

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