Die Eröffnungsbilanz und die Schlussbilanz bilden den Rahmen eines Geschäftsjahres. Die Schlussbilanz des Vorjahres ist gleichzeitig die Eröffnungsbilanz des neuen Jahres – dieses Prinzip heißt Bilanzidentität und gehört zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Für das Verständnis der doppelten Buchführung ist der Zusammenhang zwischen Eröffnung und Abschluss grundlegend.
Inhaltsverzeichnis
Bilanzidentität
| Prinzip | Bedeutung |
|---|---|
| Bilanzidentität | Schlussbilanz 31.12.20X0 = Eröffnungsbilanz 01.01.20X1 |
| Bilanzkontinuität | Gleiche Gliederung und Bewertungsmethoden beibehalten |
Von der Eröffnungsbilanz zu den Konten
Zu Beginn des Geschäftsjahres werden die Bilanzwerte auf die einzelnen Konten übertragen. Dafür wird das Hilfskonto „Eröffnungsbilanzkonto“ (EBK) verwendet:
| Kontotyp | Buchungssatz | Beispiel |
|---|---|---|
| Aktivkonto | Aktivkonto an EBK | Bank 50.000 an EBK 50.000 |
| Passivkonto | EBK an Passivkonto | EBK 30.000 an Darlehen 30.000 |
Von den Konten zur Schlussbilanz
Am Ende des Geschäftsjahres werden alle Konten über das Schlussbilanzkonto (SBK) abgeschlossen:
| Kontotyp | Buchungssatz | Beispiel |
|---|---|---|
| Aktivkonto | SBK an Aktivkonto | SBK 55.000 an Bank 55.000 |
| Passivkonto | Passivkonto an SBK | Darlehen 25.000 an SBK 25.000 |
Der Buchungskreislauf im Überblick
Der gesamte Kreislauf eines Geschäftsjahres lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Inventur liefert die Bestandswerte, daraus entsteht das Inventar, aus dem Inventar wird die Eröffnungsbilanz erstellt, die Bilanzwerte werden auf Konten eröffnet, während des Jahres werden Geschäftsvorfälle gebucht, am Jahresende werden die Konten abgeschlossen und in die Schlussbilanz überführt.
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Prüfungstipp: In Klausuren wird oft gefragt: „Wie werden Bestandskonten eröffnet?“ Merke: Aktivkonten stehen im Soll des EBK (Buchung: Aktivkonto an EBK), Passivkonten stehen im Haben des EBK (Buchung: EBK an Passivkonto).