Die Deckungsbeitragsrechnung ist eines der wichtigsten Instrumente der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) und ein absoluter Klassiker in BWL-Klausuren. Im Gegensatz zur Vollkostenrechnung werden hier nur die variablen Kosten den Produkten zugeordnet, während die Fixkosten als Periodenkosten behandelt werden. Dieses Vorgehen ermöglicht fundierte Entscheidungen über Produktionsprogramme, Preisuntergrenzen und die Annahme von Zusatzaufträgen. Besonders in der Prüfungsvorbereitung solltest du die Deckungsbeitragsrechnung sicher beherrschen, da sie in nahezu jeder KLR-Klausur vorkommt.
Der Deckungsbeitrag (DB) eines Produkts ergibt sich aus dem Erlös abzüglich der variablen Kosten. Er gibt an, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt. Ist der Deckungsbeitrag positiv, lohnt sich die Produktion – selbst wenn das Produkt in der Vollkostenrechnung einen Verlust ausweist. Dieses Verständnis ist entscheidend für die richtige Lösung von Klausuraufgaben.
Inhaltsverzeichnis
Übersicht: Einstufige vs. Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
| Merkmal | Einstufig | Mehrstufig |
|---|---|---|
| Fixkostenbehandlung | Alle Fixkosten als ein Block | Fixkosten werden in Stufen aufgeteilt |
| Stufen | Erlöse − variable Kosten = DB; DB − Fixkosten = Ergebnis | DB I, DB II, DB III … Betriebsergebnis |
| Fixkostenkategorien | Keine Differenzierung | Erzeugnisfix, Erzeugnisgruppenfix, Bereichsfix, Unternehmensfix |
| Aussagekraft | Gesamtdeckungsbeitrag pro Produkt | Detaillierte Analyse der Fixkostenverursachung |
| Anwendung | Kurzfristige Entscheidungen, Preisuntergrenzen | Sortimentsentscheidungen, Profitcenter-Steuerung |
| Komplexität | Gering | Hoch |
Ein praktisches Beispiel: Ein Unternehmen produziert Produkt A (Stückerlös 50 €, variable Stückkosten 30 €) und Produkt B (Stückerlös 40 €, variable Stückkosten 35 €). Der Stückdeckungsbeitrag beträgt für A = 20 € und für B = 5 €. Obwohl Produkt B in der Vollkostenrechnung möglicherweise einen Verlust zeigt, liefert es einen positiven Deckungsbeitrag und sollte bei vorhandener Kapazität weiter produziert werden.
Prüfungstipp: Merke dir die kurzfristige Preisuntergrenze: Sie entspricht den variablen Stückkosten. Ein Auftrag ist annehmbar, solange der Preis über den variablen Kosten liegt. Bei Engpasssituationen optimiere nach dem relativen Deckungsbeitrag (DB pro Engpasseinheit). Diese Aufgabentypen kommen sehr häufig in Klausuren vor.