Abweichungsanalyse im Controlling: Soll-Ist-Vergleich

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Die Abweichungsanalyse ist ein zentrales Instrument des Controllings. Sie untersucht die Differenzen zwischen geplanten Soll-Werten und tatsächlich erreichten Ist-Werten, um Ursachen aufzudecken und Steuerungsmaßnahmen abzuleiten. Der zugrunde liegende Soll-Ist-Vergleich macht sichtbar, wo ein Unternehmen von seinen Plänen abweicht und wie groß diese Abweichung ausfällt.

Was ist die Abweichungsanalyse?

Die Abweichungsanalyse vergleicht Plan- und Realwerte von Kennzahlen wie Kosten, Umsatz, Mengen oder Deckungsbeiträgen. Eine Abweichung entsteht, wenn der Ist-Wert vom Soll-Wert abweicht. Ziel ist nicht nur die Feststellung der Differenz, sondern vor allem die Analyse der Ursachen. Erst wenn bekannt ist, warum eine Abweichung entstanden ist, lassen sich gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Analyse schließt damit den Regelkreis aus Planung, Kontrolle und Steuerung.

Arten von Abweichungen

Gesamtabweichungen werden in einzelne Bestandteile zerlegt, um die Ursache genauer einzugrenzen. Typische Abweichungsarten sind:

  • Preisabweichung: entsteht durch geänderte Preise je Einheit gegenüber der Planung.
  • Mengen- bzw. Verbrauchsabweichung: beruht auf einem höheren oder geringeren Verbrauch an Material oder Arbeitszeit.
  • Beschäftigungsabweichung: ergibt sich aus einer von der Planung abweichenden Auslastung, etwa bei den Fixkosten.
  • Mischabweichung: kombinierter Effekt aus Preis- und Mengenänderung.

Man unterscheidet außerdem nach der Wirkung: Eine günstige Abweichung verbessert das Ergebnis (z. B. niedrigere Kosten), eine ungünstige Abweichung verschlechtert es.

Ablauf und Berechnung

Die einfache Abweichung wird wie folgt ermittelt:

  • Absolute Abweichung = Ist-Wert − Soll-Wert
  • Relative Abweichung = (Ist-Wert − Soll-Wert) ÷ Soll-Wert × 100

Beispiel: Geplant waren Materialkosten von 50.000 €, tatsächlich angefallen sind 56.000 €. Die absolute Abweichung beträgt 56.000 € − 50.000 € = 6.000 €, die relative Abweichung 6.000 € ÷ 50.000 € × 100 = 12 %. Da die Kosten höher als geplant ausfielen, handelt es sich um eine ungünstige Abweichung.

Im Anschluss folgt die Ursachenanalyse: Lag es an gestiegenen Einkaufspreisen, an höherem Verbrauch oder an Mengenschwankungen? Auf dieser Grundlage entscheidet das Management über Korrekturmaßnahmen.

In der Praxis wird die Abweichungsanalyse regelmäßig im Rahmen des Berichtswesens durchgeführt, etwa monatlich oder quartalsweise. Um den Aufwand zu begrenzen, arbeiten viele Unternehmen nach dem Management by Exception: Nur Abweichungen, die festgelegte Toleranzgrenzen überschreiten, werden vertieft untersucht. So konzentriert sich das Controlling auf die wesentlichen Steuerungsgrößen. Wichtig ist außerdem, zwischen beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Abweichungen zu unterscheiden, denn nur erstere lassen sich durch das Management gezielt korrigieren. Nicht beeinflussbar sind beispielsweise allgemeine Preissteigerungen am Beschaffungsmarkt, während ein erhöhter Materialverbrauch durch eigene Prozessverbesserungen gesenkt werden kann. Erst diese saubere Trennung macht die Abweichungsanalyse zu einem fairen Steuerungs- und Bewertungsinstrument, das Verantwortliche nicht für Faktoren belastet, die außerhalb ihres Einflussbereichs liegen.

Häufige Fragen zur Abweichungsanalyse

Was ist der Unterschied zwischen Soll und Ist?

Der Soll-Wert ist der geplante Zielwert, der Ist-Wert das tatsächlich erreichte Ergebnis. Die Abweichungsanalyse stellt beide gegenüber und untersucht, wie groß und warum die Differenz ausfällt.

Warum werden Abweichungen aufgespalten?

Die Zerlegung in Preis-, Mengen- und Beschäftigungsabweichung zeigt, welcher Faktor die Gesamtabweichung verursacht hat. So lassen sich Maßnahmen gezielt dort ansetzen, wo die eigentliche Ursache liegt.

Wozu dient die Abweichungsanalyse im Controlling?

Sie unterstützt die Unternehmenssteuerung, indem sie Planabweichungen frühzeitig sichtbar macht. Daraus werden Korrekturmaßnahmen abgeleitet und künftige Planungen verbessert. Damit ist sie ein Kernelement des Controlling-Regelkreises.

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