Verbindlichkeiten – Definition, Arten & Buchung einfach erklärt

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Verbindlichkeiten sind die Schulden beziehungsweise Außenverpflichtungen eines Unternehmens gegenüber Dritten und stehen auf der Passivseite der Bilanz. Sie zeigen, woher das Kapital stammt, das ein Unternehmen von Lieferanten, Banken oder anderen Gläubigern erhalten hat und zu einem späteren Zeitpunkt zurückzahlen muss.

Verbindlichkeiten als Fremdkapital auf der Passivseite der Bilanz mit typischem Buchungssatz für einen Zieleinkauf.
Verbindlichkeiten zählen zum Fremdkapital; beim Zieleinkauf werden sie im Haben des Kontos 1600 gebucht.

Was sind Verbindlichkeiten?

Eine Verbindlichkeit entsteht, wenn ein Unternehmen eine Leistung oder Lieferung erhält, diese aber noch nicht bezahlt hat. Es besteht somit eine rechtliche Verpflichtung, einen bestimmten Betrag zu einem festgelegten oder absehbaren Zeitpunkt zu begleichen. Im Gegensatz zu Rückstellungen, bei denen Höhe oder Zeitpunkt noch ungewiss sind, sind Verbindlichkeiten nach Betrag und Fälligkeit grundsätzlich klar bestimmt. Sie gehören zum Fremdkapital und grenzen sich damit vom Eigenkapital ab, das den Eigentümern des Unternehmens zusteht.

Arten von Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten lassen sich nach ihrer Herkunft und nach ihrer Laufzeit unterscheiden. In der Bilanz werden sie nach festen Posten gegliedert:

  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (LuL): Sie entstehen aus dem Einkauf von Waren oder Dienstleistungen auf Ziel, also wenn der Lieferant erst später bezahlt wird.
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten: Hierzu zählen Bankdarlehen, Kontokorrentkredite und sonstige Bankschulden.
  • Sonstige Verbindlichkeiten: Dazu gehören etwa Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt (Umsatzsteuer, Lohnsteuer) oder gegenüber Mitarbeitern.

Nach der Laufzeit unterscheidet man zudem kurzfristige Verbindlichkeiten (Fälligkeit bis zu einem Jahr) und langfristige Verbindlichkeiten (Laufzeit über mehrere Jahre, etwa Investitionsdarlehen). Diese Einteilung ist wichtig für die Beurteilung der Liquidität eines Unternehmens.

Verbindlichkeiten in Bilanz und Buchung

In der Bilanz erscheinen Verbindlichkeiten auf der Passivseite, da sie eine Mittelherkunft darstellen. Als Passivkonten werden sie im Haben erhöht und im Soll vermindert.

Kauft ein Unternehmen beispielsweise Waren auf Ziel im Wert von 1.000 Euro, lautet der Buchungssatz:

Wareneingang an Verbindlichkeiten aus LuL 1.000 Euro

Wird die Rechnung später vom Bankkonto beglichen, dreht sich die Buchung auf dem Verbindlichkeitskonto um:

Verbindlichkeiten aus LuL an Bank 1.000 Euro

Durch die Zahlung wird die Verbindlichkeit ausgebucht und verschwindet aus der Bilanz. So lässt sich der gesamte Weg von der Entstehung der Schuld bis zu ihrer Tilgung nachvollziehen.

Häufige Fragen zu Verbindlichkeiten

Was ist der Unterschied zwischen Verbindlichkeiten und Rückstellungen?

Verbindlichkeiten sind nach Höhe und Fälligkeit genau bekannt, während bei Rückstellungen Betrag oder Zeitpunkt der Zahlung noch ungewiss sind. Beide gehören jedoch zum Fremdkapital auf der Passivseite.

Sind Verbindlichkeiten dasselbe wie Schulden?

Im Kern ja: Verbindlichkeiten sind die buchhalterische Bezeichnung für Schulden, also Verpflichtungen gegenüber Lieferanten, Banken oder anderen Gläubigern, die das Unternehmen begleichen muss.

Auf welcher Seite der Bilanz stehen Verbindlichkeiten?

Verbindlichkeiten stehen immer auf der Passivseite der Bilanz, weil sie zeigen, woher das eingesetzte Kapital stammt. Sie werden dort als Teil des Fremdkapitals ausgewiesen.

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