Die unelastische Nachfrage beschreibt eine Marktsituation, in der die nachgefragte Menge eines Gutes nur schwach auf Preisänderungen reagiert. Steigt oder sinkt der Preis, so verändert sich die abgesetzte Menge nur unterproportional. Kennzeichnend ist eine Preiselastizität der Nachfrage, deren Betrag kleiner als eins ist.

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Was ist unelastische Nachfrage?
Die Preiselastizität der Nachfrage misst, um wie viel Prozent sich die nachgefragte Menge ändert, wenn der Preis um ein Prozent steigt. Bei der unelastischen Nachfrage fällt die prozentuale Mengenänderung kleiner aus als die prozentuale Preisänderung. Der Betrag der Elastizität liegt also zwischen null und eins.
Ein anschauliches Beispiel: Steigt der Preis für Trinkwasser um 20 Prozent, geht die Nachfrage vielleicht nur um 5 Prozent zurück. Die Konsumenten benötigen das Gut trotz höherer Kosten weiterhin in nahezu gleicher Menge. Solche Güter sind häufig lebensnotwendig oder lassen sich kaum durch andere Produkte ersetzen.
Ursachen und betroffene Güter
Mehrere Faktoren führen dazu, dass die Nachfrage unelastisch reagiert. Sie hängen vor allem mit der Bedeutung des Gutes und den Ausweichmöglichkeiten der Verbraucher zusammen:
- Lebensnotwendige Güter: Grundnahrungsmittel, Medikamente oder Heizenergie werden auch bei steigenden Preisen weiter gekauft.
- Fehlende Substitute: Gibt es keine vergleichbaren Ersatzprodukte, können Verbraucher nicht ausweichen.
- Geringer Budgetanteil: Kostet ein Gut nur wenig im Verhältnis zum Einkommen, fällt eine Preiserhöhung kaum ins Gewicht (zum Beispiel Streichhölzer oder Salz).
- Gewohnheit und Sucht: Bei Tabak oder Kaffee bleibt die Nachfrage trotz Preisaufschlägen weitgehend stabil.
Die Berechnung erfolgt über die Formel: Preiselastizität gleich prozentuale Mengenänderung geteilt durch prozentuale Preisänderung. Ergibt sich ein Betrag unter eins, ist die Nachfrage unelastisch. Liegt der Betrag genau bei eins, spricht man von einer einheitselastischen Nachfrage; ist er größer als eins, reagiert die Menge überproportional und die Nachfrage gilt als elastisch. Die unelastische Nachfrage bildet somit einen klar abgegrenzten Bereich innerhalb des Elastizitätsspektrums.
Für Unternehmen ist diese Kennzahl von erheblicher Bedeutung. Bei unelastischer Nachfrage führt eine Preiserhöhung zu steigenden Umsätzen, weil der Mengenrückgang die höheren Preise nicht ausgleicht. Umgekehrt würde eine Preissenkung den Umsatz verringern, da die zusätzlich verkaufte Menge den niedrigeren Preis nicht kompensiert. Wer die Preiselastizität seiner Produkte kennt, kann die Preispolitik gezielt steuern. Auch der Staat nutzt dieses Wissen: Verbrauchsteuern werden häufig auf Güter mit unelastischer Nachfrage wie Tabak, Mineralöl oder Alkohol erhoben, weil die Steuereinnahmen dort auch bei Preisaufschlägen verlässlich fließen.
Häufige Fragen zu unelastischer Nachfrage
Wann ist eine Nachfrage unelastisch?
Eine Nachfrage gilt als unelastisch, wenn der Betrag der Preiselastizität kleiner als eins ist. Die nachgefragte Menge reagiert dann unterproportional auf Preisänderungen. Eine Preiserhöhung um zehn Prozent senkt die Menge also um weniger als zehn Prozent.
Welche Güter haben eine unelastische Nachfrage?
Typisch sind lebensnotwendige Güter ohne Ersatzmöglichkeiten wie Grundnahrungsmittel, Wasser, Medikamente und Energie. Auch Güter mit sehr geringem Budgetanteil oder Suchtcharakter weisen eine unelastische Nachfrage auf.
Warum ist unelastische Nachfrage für Unternehmen interessant?
Bei unelastischer Nachfrage können Unternehmen ihre Preise erhöhen, ohne große Absatzeinbußen zu befürchten. Der Umsatz steigt, weil der Mengenrückgang geringer ausfällt als der Preisanstieg. Das eröffnet Spielräume in der Preispolitik.