Underlying (Basiswert): Definition, Arten und Beispiele

Home » Underlying (Basiswert): Definition, Arten und Beispiele

Das Underlying – im Deutschen Basiswert – ist der Vermögensgegenstand, von dessen Kursentwicklung sich der Wert eines Derivats ableitet. Derivate wie Optionen, Futures oder Zertifikate haben keinen eigenständigen inneren Wert, sondern ihr Preis hängt unmittelbar von der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts ab. Das Underlying ist damit der zentrale Bezugspunkt jedes derivativen Finanzinstruments und entscheidet maßgeblich über Gewinn oder Verlust des Anlegers.

Was ist ein Underlying?

Ein Underlying ist der Vermögenswert oder die Referenzgröße, auf die sich ein Derivat bezieht. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „zugrunde liegend“. Steigt oder fällt der Kurs des Basiswerts, verändert sich auch der Wert des darauf basierenden Derivats – je nach Ausgestaltung gleichgerichtet oder gegenläufig. Das Derivat „leitet“ seinen Wert also vom Underlying ab, woher auch der Name Derivat (von lateinisch derivare, ableiten) rührt.

Arten von Underlyings

Als Basiswert kommen sehr unterschiedliche Vermögensgegenstände und Kennzahlen in Betracht:

  • Aktien: einzelne Wertpapiere wie die Aktie eines börsennotierten Unternehmens.
  • Indizes: Aktienindizes wie der DAX dienen als Basiswert für Index-Derivate.
  • Rohstoffe: Gold, Öl, Getreide oder Industriemetalle.
  • Devisen: Währungspaare wie Euro/US-Dollar.
  • Zinssätze: Referenzzinssätze als Grundlage für Zinsderivate.

Grundsätzlich kann nahezu jede handelbare Größe als Underlying dienen, sofern sich ein objektiver Kurs oder Wert feststellen lässt.

Bedeutung bei Optionen und Futures

Bei einer Option erwirbt der Käufer das Recht, das Underlying zu einem festgelegten Preis (Basispreis) zu kaufen oder zu verkaufen. Bei einem Future verpflichten sich beide Seiten, das Underlying zu einem künftigen Termin zu einem heute festgelegten Preis zu liefern beziehungsweise abzunehmen. In beiden Fällen bestimmt die Kursentwicklung des Underlyings den Gewinn oder Verlust:

  • Steigt der Kurs des Underlyings, gewinnt eine Kaufoption (Call) an Wert.
  • Fällt der Kurs, gewinnt eine Verkaufsoption (Put) an Wert.

Manche Derivate werden physisch durch Lieferung des Basiswerts erfüllt, andere durch einen reinen Barausgleich (Cash Settlement), bei dem nur die Wertdifferenz ausgeglichen wird.

Hebelwirkung durch das Underlying

Ein wesentliches Merkmal von Derivaten ist die Hebelwirkung gegenüber dem Underlying. Weil für den Erwerb eines Derivats nur ein Bruchteil des Kapitals nötig ist, das eine direkte Anlage in den Basiswert erfordern würde, wirken sich Kursänderungen des Underlyings überproportional auf den Derivatpreis aus.

  • Chance: Bei günstiger Kursentwicklung des Underlyings sind hohe prozentuale Gewinne möglich.
  • Risiko: Bei ungünstiger Entwicklung drohen entsprechend hohe Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Die Hebelwirkung macht Derivate sowohl für die Spekulation als auch für die Absicherung (Hedging) interessant. Wer ein Wertpapierdepot gegen Kursverluste absichern möchte, kann dies etwa über Put-Optionen auf den entsprechenden Basiswert tun.

Häufige Fragen zum Underlying

Was bedeutet Underlying auf Deutsch?

Underlying bedeutet Basiswert. Es bezeichnet den Vermögensgegenstand oder die Referenzgröße, von deren Kursentwicklung der Wert eines Derivats abhängt.

Kann ein Index ein Underlying sein?

Ja. Aktienindizes wie der DAX sind häufige Basiswerte. Auf sie werden zum Beispiel Index-Optionen, Index-Futures und Indexzertifikate ausgegeben.

Welche Rolle spielt das Underlying für den Derivatpreis?

Der Kurs des Underlyings ist der wichtigste Einflussfaktor für den Wert eines Derivats. Daneben wirken weitere Faktoren wie Restlaufzeit, Volatilität und Zinsniveau auf den Preis ein.

Nach oben scrollen