Schuldner

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Ein Schuldner ist eine natürliche oder juristische Person, die aus einem Schuldverhältnis verpflichtet ist, dem Gläubiger eine bestimmte Leistung zu erbringen. In der Regel handelt es sich dabei um die Zahlung eines Geldbetrags, doch auch die Lieferung von Waren oder die Erbringung einer Dienstleistung können geschuldet sein. Der Schuldner steht damit im Gegensatz zum Gläubiger, der die Leistung fordern darf.

Was ist ein Schuldner?

Der Begriff des Schuldners ergibt sich aus dem Schuldrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Ein Schuldverhältnis entsteht beispielsweise durch einen Kaufvertrag, ein Darlehen oder durch gesetzliche Regelungen. Sobald eine solche Verpflichtung besteht, wird derjenige, der leisten muss, zum Schuldner. Maßgeblich ist, dass eine durchsetzbare Forderung des Gläubigers gegenübersteht.

Im kaufmännischen Alltag begegnet der Schuldner vor allem im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Hat ein Unternehmen Ware auf Rechnung verkauft, ist der Kunde Schuldner des Rechnungsbetrags, bis er bezahlt hat.

Pflichten und Rechte des Schuldners

Der Schuldner ist verpflichtet, die geschuldete Leistung vollständig, rechtzeitig und am vereinbarten Ort zu erbringen. Erfüllt er diese Pflicht nicht, kann er in Verzug geraten und schuldet unter Umständen Verzugszinsen sowie den Ersatz von Schäden. Zugleich hat der Schuldner aber auch Rechte:

  • Recht auf Erfüllung gegen Quittung – er kann einen Beleg über die Zahlung verlangen.
  • Leistungsverweigerungsrechte – etwa wenn der Gläubiger seinerseits nicht leistet (Zurückbehaltungsrecht).
  • Schutz vor unzulässigen Forderungen – verjährte oder unbegründete Ansprüche muss er nicht erfüllen.

Bei einem Darlehen ist der Kreditnehmer der Schuldner: Er muss die Darlehenssumme samt Zinsen nach dem vereinbarten Tilgungsplan zurückzahlen.

Abgrenzung und buchhalterische Behandlung

In der Buchführung des Gläubigers erscheint der Schuldner als Debitor auf der Aktivseite, da gegen ihn eine Forderung besteht. Beim Schuldner selbst wird die Verpflichtung als Verbindlichkeit auf der Passivseite ausgewiesen. Ein typischer Buchungssatz beim Schuldner beim Erwerb von Ware auf Ziel lautet:

  • Wareneingang an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Begleicht der Schuldner die Rechnung später, lautet die Buchung Verbindlichkeiten an Bank. Damit erlischt das Schuldverhältnis durch Erfüllung.

Häufige Fragen zu Schuldner

Was ist der Unterschied zwischen Schuldner und Gläubiger?

Der Schuldner muss eine Leistung erbringen, der Gläubiger darf sie fordern. Beide sind Parteien desselben Schuldverhältnisses und stehen sich gegenüber. In einem Kreditvertrag ist die Bank Gläubiger und der Kunde Schuldner.

Kann eine Person gleichzeitig Schuldner und Gläubiger sein?

Ja, das ist möglich, wenn zwischen denselben Parteien mehrere Schuldverhältnisse bestehen. So kann ein Unternehmen aus einem Vertrag Gläubiger und aus einem anderen Schuldner desselben Geschäftspartners sein. Gegenseitige Forderungen lassen sich durch Aufrechnung verrechnen.

Was passiert, wenn ein Schuldner nicht zahlt?

Zahlt der Schuldner nicht, kann der Gläubiger ihn mahnen und in Verzug setzen. Bleibt die Zahlung aus, folgen das gerichtliche Mahnverfahren, ein Vollstreckungstitel und schließlich die Zwangsvollstreckung. Bei Zahlungsunfähigkeit kann ein Insolvenzverfahren eröffnet werden.

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