Rechnungswesen Übungen: Alle Themen im Überblick

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Rechnungswesen Übungen — eine kompakte Sammlung der wichtigsten Aufgabentypen aus der Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung und dem Jahresabschluss. Ideal zur Prüfungsvorbereitung.

Teil 1: Buchführung

Aufgabe 1.1: Buchungssatz Warenverkauf

Waren werden für 6.000 € netto (19 % USt) auf Ziel verkauft. Buchungssatz?

Soll Betrag Haben Betrag
Forderungen L+L (1400) 7.140,00 € Umsatzerlöse (4400) 6.000,00 €
Umsatzsteuer (1776) 1.140,00 €

Aufgabe 1.2: Skonto beim Zahlungseingang

Kunde überweist 6.860 € und zieht 2 % Skonto ab (offene Forderung: 7.140 € brutto). Buchungssatz?

Soll Betrag Haben Betrag
Bank (1200) 6.860,00 € Forderungen L+L (1400) 7.140,00 €
Skonti auf Erlöse (4730) 120,00 €
Umsatzsteuer (1776) 160,00 €

Skonto netto: 142,86 €. Davon USt-Korrektur: 19 % = 22,86 €… vereinfacht: Skonto 120 € + USt-Korrektur 22,86 € ≈ 143 € (hier 160 € für die Steuerkorrektur auf den Bruttobetrag 280 € × 19/119).

Teil 2: Kostenrechnung

Aufgabe 2.1: Deckungsbeitrag

Verkaufspreis je Stück: 50 €. Variable Kosten je Stück: 30 €. Absatz: 1.000 Stück. Fixkosten: 15.000 €. Berechne Deckungsbeitrag und Betriebsergebnis.

Position Berechnung Ergebnis
Deckungsbeitrag/Stück 50 − 30 20 €
Gesamtdeckungsbeitrag 20 × 1.000 20.000 €
− Fixkosten 15.000 €
Betriebsergebnis 5.000 €

Aufgabe 2.2: Break-Even-Point

Auf Basis der Daten aus 2.1: Ab welcher Menge wird Gewinn erzielt?

Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag/Stück = 15.000 ÷ 20 = 750 Stück

Teil 3: Abschreibung

Aufgabe 3.1: Lineare vs. degressive Abschreibung

Anschaffungswert: 10.000 €, Nutzungsdauer: 5 Jahre. Berechne die jährliche Abschreibung nach der linearen Methode sowie nach der geometrisch-degressiven Methode (40 %).

Jahr Linear (€) Degressiv (€) Buchwert degressiv (€)
1 2.000 4.000 6.000
2 2.000 2.400 3.600
3 2.000 1.440 2.160
4 2.000 864 1.296
5 2.000 518 778

Hinweis: Die degressive Abschreibung ist nach aktuellem deutschen Steuerrecht für Neuanschaffungen wieder möglich (§ 7 Abs. 2 EStG, befristet). Die geometrisch-degressive Methode senkt die Steuerlast in frühen Jahren.

Teil 4: Kennzahlen

Aufgabe 4.1: Eigenkapitalquote und Liquidität 1. Grades

Bilanz: Eigenkapital 80.000 €, Gesamtkapital 200.000 €. Liquide Mittel 15.000 €, kurzfristige Verbindlichkeiten 50.000 €.

Kennzahl Formel Ergebnis
Eigenkapitalquote 80.000 ÷ 200.000 × 100 40 %
Liquidität 1. Grades 15.000 ÷ 50.000 × 100 30 %

Die Liquidität 1. Grades sollte mindestens 20 % betragen — hier ist das Unternehmen gut aufgestellt.

Aufgabe 1.3: Wareneinkauf auf Ziel mit Vorsteuer

Ein Handelsunternehmen kauft Waren für 8.000 € netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer auf Ziel ein. Bilde den Buchungssatz nach SKR03.

Soll Betrag Haben Betrag
Wareneingang (3200) 8.000,00 € Verbindlichkeiten L+L (1600) 9.520,00 €
Vorsteuer (1576) 1.520,00 €

Die Vorsteuer von 1.520 € (19 % von 8.000 €) ist ein durchlaufender Posten und mindert später die Zahllast an das Finanzamt. Der Bruttobetrag von 9.520 € wird als Verbindlichkeit gebucht.

Aufgabe 4.2: Zuschlagskalkulation (Selbstkosten)

Ein Industriebetrieb kalkuliert einen Auftrag. Materialeinzelkosten: 40.000 €, Materialgemeinkostenzuschlag 15 %. Fertigungseinzelkosten: 60.000 €, Fertigungsgemeinkostenzuschlag 80 %. Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten: 10 % der Herstellkosten. Ermittle die Selbstkosten.

Position Berechnung Betrag
Materialeinzelkosten 40.000 €
+ Materialgemeinkosten 15 % von 40.000 6.000 €
Fertigungseinzelkosten 60.000 €
+ Fertigungsgemeinkosten 80 % von 60.000 48.000 €
= Herstellkosten 154.000 €
+ Verwaltungs-/Vertriebsgemeinkosten 10 % von 154.000 15.400 €
= Selbstkosten 169.400 €

Die Zuschlagskalkulation summiert Einzel- und Gemeinkosten stufenweise auf. Auf die Selbstkosten wird in der Praxis noch ein Gewinnzuschlag aufgeschlagen, um den Angebotspreis zu erhalten.

Häufige Fragen zu Rechnungswesen-Übungen

Was ist der Unterschied zwischen Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung?

Die Finanzbuchhaltung (externes Rechnungswesen) dokumentiert alle Geschäftsvorfälle für Bilanz und GuV und richtet sich an Außenstehende wie Finanzamt und Banken. Die Kostenrechnung (internes Rechnungswesen) dient der Steuerung und Kalkulation im Unternehmen und ist nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Wie merke ich mir, was im Soll und was im Haben steht?

Bei Aktivkonten (z. B. Bank, Forderungen) stehen Zugänge im Soll, Abgänge im Haben. Bei Passivkonten (z. B. Verbindlichkeiten) ist es umgekehrt. Aufwendungen werden im Soll, Erträge im Haben gebucht. Die Eselsbrücke „Soll an Haben“ gibt zudem die Schreibreihenfolge des Buchungssatzes vor.

Welcher Kontenrahmen wird in der Ausbildung verwendet?

In der kaufmännischen Ausbildung sind vor allem SKR03 und SKR04 verbreitet. Diese Übungen nutzen SKR03, bei dem die Konten nach dem Geschäftsablauf (Prozessgliederung) geordnet sind. Prüfe immer, welcher Kontenrahmen in deiner Prüfung gilt, da sich die Kontonummern unterscheiden.

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