Lohmann Ruchti Effekt

Home » Lohmann Ruchti Effekt

Der Lohmann Ruchti Effekt ist ein Begriff aus dem Bereich der Finanzierung. Dieser Effekt gibt an, wie hoch die Kapazität, also zum Beispiel die Anzahl der Produktanlagen eines Unternehmens ist, wenn durch finanzielle Mittel, die aus Abschreibungen hervorgegangen sind, neue Investitionen getätigt werden.

Es gibt mehrere Arten wie das nötige Kapital für ein Unternehmen besorgt werden kann. Eine bestimmte Art ist die Innenfinanzierung. Sie wird so bezeichnet, weil das Kapital ohne die Hilfe fremder Geldgeber wie Aktionäre oder Banken aufgebracht werden soll.
Innenfinanzierung kann als Eigenfinanzierung, als Finanzierung durch Rückstellungen oder als Finanzierungen durch Abschreibungen durchgeführt werden. Zu dieser Form der Innenfinanzierung gehört der Lohmann-Ruchti-Effekt.

Der Lohmann-Ruchti-Effekt

Der Lohman-Ruchti-Effekt oder Kapitalerweiterungseffekt gewinnt das nötige Kapital aus den Abschreibungen und setzt diese finanziellen Mittel in neue Investitionsgüter um.
Das heißt, dass Gegenstände des Anlagevermögens sich selbst finanzieren, wenn die Abschreibung über den Verkauf von Produkten wieder ins Unternehmen zurückfließt. Damit ds funktioniert sind zwei Vorbedingungen zu erfüllen. Erstens müssen die Produktionskosten und die Abschreibungen durch den Verkauf der Produkte verdient werden und zweitens muss die Abschreibung als tatsächlicher Geldfluss ins Unternehmen zurückkehren. Das ist aber nicht immer in der notwendigen Höhe möglich, weil die Preise schwanken und sehr oft Erlöse nicht immer ausreichend erwirtschaftet werden.

Ein Beispiel zum Lohmann-Ruchti-Effekt

Ein Unternehmen hat drei Maschinen, die 2 Jahre genutzt werden sollen. Sie wurden im ersten Jahr jeweils zu 15.000 Euro angekauft. Die Abschreibung ist linear.

Im ersten Jahr stehen drei Maschinen zu insgesamt 45.000 Euro bereit. Die Abschreibung im ersten Jahr ist nun 45.000 Euro/2 Jahre. Das macht pro Jahr 22.500 Euro. Diese 22.500 Euro kommen über den Verkaufspreis ins Unternehmen zurück und können in eine neue Maschine reinvestiert werden. Es wird eine vierte Maschine zu 15.000 eingekauft. Es bleiben 7.500 als freies Kapital übrig.
Im zweiten Jahr stehen vier Maschinen zu insgesamt 60.000 bereit. Die Abschreibung beträgt 60.000/2= 30.000. Die 30.000 Euro und die verbliebenen 7.500 Euro können nun reinvestiert werden. Im zweiten Jahr können von den 37.500 Euro drei Maschinen gekauft werden. Es bleibt ein Restkapital von 2.500 Euro übrig. Zum Ende des 2. Jahres scheiden drei Maschinen, die abgeschrieben sind, aus dem Betrieb aus. Es stehen dem Betrieb als Neuanschaffung im ersten Jahr eine Maschine und im zweiten Jahr drei Maschinen zur Verfügung.

Weitere Inhalte zum Thema finden sich im Bereich Finanzen.