EBIT, EBITDA und EBT berechnen: Bedeutung und Unterschiede einfach erklärt

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EBIT, EBITDA und EBT sind wichtige Gewinnkennzahlen der Erfolgsrechnung. Sie zeigen den Gewinn vor bestimmten Abzügen und ermöglichen den Vergleich von Unternehmen unabhängig von Finanzierungsstruktur, Steuerlast und Abschreibungspolitik.

Definitionen und Formeln

Kennzahl Bedeutung Formel (von EBITDA ausgehend)
EBITDA Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization Operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
EBIT Earnings before Interest and Taxes EBITDA − Abschreibungen (D&A)
EBT Earnings before Taxes EBIT − Zinsen (Zinsaufwand)
EAT Earnings after Taxes (= Jahresüberschuss) EBT − Ertragsteuern

Ableitung aus der GuV – Beispiel

GuV-Position Wert
Umsatzerlöse 1.000.000 €
− Material- und Personalaufwand − 600.000 €
= EBITDA 400.000 €
− Abschreibungen (D&A) − 80.000 €
= EBIT 320.000 €
− Zinsaufwand − 40.000 €
= EBT 280.000 €
− Ertragsteuern (30 %) − 84.000 €
= Jahresüberschuss (EAT) 196.000 €

Wofür werden die Kennzahlen genutzt?

Kennzahl Hauptanwendung Warum diese Kennzahl?
EBITDA Unternehmensbewertung (EV/EBITDA-Multiple), Cash Flow-Näherung Eliminiert Abschreibungspolitik und Kapitalstruktur
EBIT Operative Profitabilität, EBIT-Marge, Peer-Vergleich Eliminiert Finanzierungsstruktur und Steuereffekte
EBT Steuerlastanalyse, Steuerplanung Zeigt Gewinn vor Steuern – direkte Bemessungsgrundlage

EBIT-Marge und EBITDA-Marge

EBIT-Marge = EBIT ÷ Umsatz × 100 → Im Beispiel: 320.000 ÷ 1.000.000 × 100 = 32 %

EBITDA-Marge = EBITDA ÷ Umsatz × 100 → Im Beispiel: 400.000 ÷ 1.000.000 × 100 = 40 %

Typische Zielwerte: EBIT-Marge 5–15 % (branchenabhängig), EBITDA-Marge 15–30 %.

EBITDA in der Unternehmensbewertung

Das EBITDA ist eine der meistgenutzten Kennzahlen bei Unternehmenskäufen (M&A). Der EV/EBITDA-Multiple gibt an, das Wievielfache des EBITDA ein Käufer für ein Unternehmen bezahlt:

Enterprise Value = EBITDA × Branchenmultiple

Branche Typischer EV/EBITDA
Software/SaaS 15–30×
Konsumgüter 8–14×
Maschinenbau 6–10×
Handel 4–8×

Beim obigen GuV-Beispiel (EBITDA 400.000 €) und einem Branchenmultiple von 8× ergäbe sich ein Enterprise Value von 3,2 Mio. €. Das EBITDA wird bevorzugt, weil es Abschreibungspolitik und Kapitalstruktur ausklammert und damit Unternehmen unterschiedlicher Größe und Struktur vergleichbar macht.

Kritik am EBITDA

Trotz seiner Beliebtheit ist das EBITDA umstritten:

  • Investitionen werden ignoriert: EBITDA berücksichtigt keine Reinvestitionen (CapEx), die notwendig sind, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ein kapitalintensives Unternehmen mit hohem EBITDA kann trotzdem wenig freien Cash Flow haben.
  • Manipulierbar: Durch Leasingverträge statt Kauf oder durch aggressive Aktivierung von Kosten lässt sich das EBITDA verbessern, ohne das Geschäft zu verbessern.
  • Alternativen: EBIT berücksichtigt Abschreibungen (= Werteverzehr), der Free Cash Flow berücksichtigt auch Investitionen und ist damit die aussagekräftigere Kennzahl für die Kapitaldienstfähigkeit.

EBIT-Marge als wichtigste operative Kennzahl

In Analystenberichten und Unternehmensberichten ist die EBIT-Marge die dominierende operative Rentabilitätskennzahl. Sie ermöglicht internationalen Vergleich, weil Unterschiede in Steuersätzen und Kapitalstrukturen herausgerechnet sind. Typische Zielkorridore für EBIT-Margen sind branchenabhängig – ein Lebensmittelhändler mit 3 % EBIT-Marge kann besser aufgestellt sein als ein Technologieunternehmen mit 8 %, wenn deren Branchendurchschnitt 15 % beträgt.

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Prüfungstipp: Hierarchie: EBITDA → EBIT (−Abschreibungen) → EBT (−Zinsen) → EAT (−Steuern). EBIT = operativer Gewinn, unabhängig von Finanzierung und Steuern – daher international vergleichbar.

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