Die Lagerumschlagshäufigkeit gibt an, wie oft im Jahr der durchschnittliche Lagerbestand umgeschlagen (verbraucht und neu aufgefüllt) wird. Sie ist eine wichtige Kennzahl des Working Capital Managements und zeigt, wie effizient ein Unternehmen sein Lager einsetzt.
Inhaltsverzeichnis
Die Formel
Lagerumschlagshäufigkeit = Materialeinsatz (oder Umsatz) / Ø Lagerbestand
| Variable | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Materialeinsatz | Verbrauchte Materialien im Jahr (Herstellkosten des Umsatzes) | € |
| Ø Lagerbestand | (Anfangsbestand + Endbestand) / 2 | € |
| Lagerumschlagshäufigkeit | Anzahl der Umschläge pro Jahr | x / Jahr |
Verwandte Kennzahl: Lagerdauer
Durchschnittliche Lagerdauer (in Tagen) = 360 / Lagerumschlagshäufigkeit
Liegt die Lagerumschlagshäufigkeit bei 12, beträgt die durchschnittliche Lagerdauer 360 / 12 = 30 Tage.
Beispielrechnung
Ein Handelsunternehmen hat folgende Daten:
| Größe | Wert |
|---|---|
| Wareneinsatz (Einstandspreise der verkauften Waren) | 480.000 € |
| Lagerbestand Jahresbeginn | 50.000 € |
| Lagerbestand Jahresende | 30.000 € |
| Ø Lagerbestand | (50.000 + 30.000) / 2 = 40.000 € |
Lagerumschlagshäufigkeit = 480.000 / 40.000 = 12-mal pro Jahr
Durchschnittliche Lagerdauer = 360 / 12 = 30 Tage
Interpretation
| Lagerumschlagshäufigkeit | Beurteilung |
|---|---|
| Sehr hoch (>20) | Sehr effizient, geringe Kapitalbindung – Risiko: Lieferengpässe |
| Mittel (6–20) | Branchenabhängig normal |
| Niedrig (<6) | Hohes Lager, viel Kapital gebunden – mögliche Überbestände |
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Prüfungstipp: Verwechsle nicht Umsatz mit Wareneinsatz. Für die Lagerumschlagshäufigkeit werden die Herstellkosten (Einstandspreise) verwendet, nicht die Verkaufspreise – so werden Lagerbewertung und Umsatz auf derselben Wertbasis verglichen.