Inventur und Inventar: Ablauf, Arten und Unterschied zur Bilanz

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Die Inventur ist die mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensgegenstände und Schulden eines Unternehmens. Das Ergebnis der Inventur ist das Inventar – ein vollständiges Verzeichnis, das die Grundlage für die Bilanzerstellung bildet. Die Inventur gehört zu den Pflichten der ordnungsgemäßen Buchführung.

Inventur vs. Inventar vs. Bilanz

Begriff Definition Form
Inventur Tätigkeit: Zählen, Messen, Wiegen Vorgang
Inventar Ergebnis: Vollständiges Bestandsverzeichnis Liste (Staffelform)
Bilanz Verdichtung: Kurzgefasste Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital Kontoform (Aktiva/Passiva)

Arten der Inventur

Art Zeitpunkt Beschreibung
Stichtagsinventur Zum Bilanzstichtag (31.12.) Zeitnahe Aufnahme innerhalb von 10 Tagen vor/nach dem Stichtag
Permanente Inventur Laufend über das Jahr Fortlaufende Bestandsführung mit Lagerbuchführung, mindestens 1× jährlich körperliche Aufnahme
Verlegte Inventur Innerhalb von 3 Monaten vor/2 Monaten nach Stichtag Wertmäßige Fortschreibung oder Rückrechnung auf den Stichtag
Stichprobeninventur Flexibel Mathematisch-statistische Hochrechnung aus Stichproben (nur bei großen Lägern sinnvoll)

Aufbau des Inventars

Das Inventar gliedert sich in drei Abschnitte:

Abschnitt Inhalt Beispiele
A. Vermögen Alle Vermögensgegenstände nach Liquidität geordnet Grundstücke, Maschinen, Vorräte, Forderungen, Bank, Kasse
B. Schulden Alle Verbindlichkeiten und Rückstellungen Darlehen, Verbindlichkeiten aLL, Rückstellungen
C. Reinvermögen Vermögen – Schulden = Eigenkapital Differenz aus A und B

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Prüfungstipp: Die drei Begriffe Inventur, Inventar und Bilanz werden in Klausuren gerne verwechselt. Merkhilfe: Inventur = Tun (zählen), Inventar = Haben (Liste), Bilanz = Zusammenfassen (Kurzform).

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