Ein Zielkauf – auch Kauf auf Ziel genannt – ist der Einkauf von Waren oder Leistungen auf Rechnung, bei dem die Bezahlung nicht sofort, sondern erst nach einem vereinbarten Zahlungsziel erfolgt. Der Käufer erhält die Ware also bereits jetzt, während er den Rechnungsbetrag erst zu einem späteren Zeitpunkt (etwa innerhalb von 14 oder 30 Tagen) begleicht. Bis zur Zahlung besteht eine Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten.

Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Zielkauf?
Beim Zielkauf fallen Lieferung und Zahlung zeitlich auseinander: Die Ware wird geliefert und kann sofort genutzt oder weiterverkauft werden, der Geldfluss erfolgt jedoch erst später. Wirtschaftlich räumt der Lieferant dem Käufer damit einen kurzfristigen Lieferantenkredit ein. Buchhalterisch entsteht durch den Zielkauf eine Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen, kurz Verbindlichkeiten aus LuL. Diese erscheint auf der Passivseite der Bilanz und mindert sich erst wieder, wenn die Rechnung bezahlt wird. Der Zielkauf ist im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen die häufigste Form des Einkaufs, weil er die Liquidität des Käufers schont.
Zielkauf buchen
Ein Zielkauf wird in zwei Schritten gebucht: zunächst der Wareneingang beim Kauf, später die Bezahlung. Ein Beispiel: Ein Unternehmen kauft Handelswaren für 1.000 € netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer (190 €) auf Ziel.
1. Buchung beim Einkauf (Entstehung der Verbindlichkeit):
- Wareneingang 1.000 €
- Vorsteuer 190 €
- an Verbindlichkeiten aus LuL 1.190 €
2. Buchung bei der späteren Zahlung (Ausgleich der Verbindlichkeit):
- Verbindlichkeiten aus LuL 1.190 €
- an Bank 1.190 €
Im ersten Schritt werden Wareneingang und Vorsteuer im Soll gebucht, die Verbindlichkeit im Haben. Bei der Zahlung wird die Verbindlichkeit im Soll aufgelöst und das Bankkonto im Haben gemindert. Damit ist der Vorgang vollständig abgeschlossen.
Zielkauf, Barkauf und Skonto
Der Gegensatz zum Zielkauf ist der Barkauf: Hier erfolgt die Zahlung sofort bei Lieferung, sodass keine Verbindlichkeit entsteht. Gebucht wird dann direkt „Wareneingang und Vorsteuer an Kasse bzw. Bank“. Beim Zielkauf entsteht dagegen zunächst eine Verbindlichkeit, die erst später ausgeglichen wird.
Viele Lieferanten gewähren beim Zielkauf einen Skonto – einen prozentualen Preisnachlass für besonders schnelle Zahlung. Eine typische Bedingung lautet etwa „Zahlbar innerhalb von 30 Tagen netto, bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen 2 % Skonto“. Zahlt der Käufer früh, mindert der Skonto den Einkaufspreis und entsprechend auch die abziehbare Vorsteuer. Skonto lohnt sich fast immer, da die ersparte Rate auf das Jahr hochgerechnet einen hohen effektiven Zinssatz ergibt.
Häufige Fragen zum Zielkauf
Was ist der Unterschied zwischen Zielkauf und Barkauf?
Beim Zielkauf wird erst nach einem vereinbarten Zahlungsziel bezahlt, wodurch eine Verbindlichkeit entsteht. Beim Barkauf erfolgt die Zahlung sofort, eine Verbindlichkeit entsteht nicht.
Auf welches Konto wird ein Zielkauf gebucht?
Der Einkauf auf Ziel wird im Haben auf das Konto Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gebucht. Im Soll stehen der Wareneingang (oder das jeweilige Aufwands-/Anlagekonto) sowie die Vorsteuer.
Lohnt sich Skonto beim Zielkauf?
In der Regel ja: Der durch frühere Zahlung gewährte Skonto entspricht hochgerechnet einem hohen Jahreszins. Sofern genügend Liquidität vorhanden ist, sollte der Skontoabzug daher genutzt werden.