Vermögen: Definition, Arten und Bilanzierung erklärt

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Als Vermögen bezeichnet man die Gesamtheit aller geldwerten Güter und Rechte, die einer Person oder einem Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Im Rechnungswesen bildet das Vermögen die Aktivseite der Bilanz und zeigt, wie das eingesetzte Kapital verwendet wurde. Es umfasst sowohl materielle Güter wie Maschinen und Waren als auch immaterielle Werte und Forderungen.

Was ist Vermögen?

Vermögen ist die Mittelverwendung eines Unternehmens: Es zeigt, in welche Vermögensgegenstände das durch Eigen- und Fremdkapital bereitgestellte Kapital investiert wurde. In der Bilanz stehen die Vermögensgegenstände nach dem Grad ihrer Liquidierbarkeit geordnet auf der Aktivseite – vom langfristig gebundenen Anlagevermögen bis zu den flüssigen Mitteln. Man unterscheidet dabei zwischen dem Bruttovermögen (Summe aller Vermögenswerte) und dem Nettovermögen (Vermögen abzüglich der Schulden), das dem Eigenkapital entspricht. Das Vermögen ist damit eine Stichtagsgröße, die den wirtschaftlichen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt abbildet.

Arten des Vermögens

Nach § 247 HGB gliedert sich das betriebliche Vermögen in zwei Hauptgruppen:

  • Anlagevermögen: Güter, die dem Betrieb dauerhaft dienen, z. B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fuhrpark, Beteiligungen und immaterielle Vermögensgegenstände wie Lizenzen und Patente.
  • Umlaufvermögen: Güter, die nur kurzfristig im Unternehmen verbleiben, z. B. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Bankguthaben und Kassenbestand.

Das Abgrenzungskriterium ist die geplante Verweildauer: Anlagevermögen ist zum dauerhaften Gebrauch bestimmt, Umlaufvermögen zum Verbrauch oder Verkauf. Im Privatbereich unterscheidet man zusätzlich zwischen Sach-, Geld- und Immobilienvermögen.

Bilanzierung und Bewertung

Das Vermögen wird auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen und nach den Vorschriften des HGB bewertet:

  • Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Obergrenze (§ 253 HGB).
  • Abnutzbares Anlagevermögen wird planmäßig über die Nutzungsdauer abgeschrieben.
  • Bei dauerhafter Wertminderung sind außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen (Niederstwertprinzip).
  • Für das Umlaufvermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip, für das Anlagevermögen das gemilderte.

Die Summe des Vermögens (Bilanzsumme) entspricht stets der Summe des Kapitals auf der Passivseite, da jede Investition finanziert sein muss.

Vermögen und Liquidität

Für die Beurteilung eines Unternehmens ist nicht nur die Höhe des Vermögens entscheidend, sondern auch seine Zusammensetzung. Ein hoher Anteil an schnell verfügbarem Umlaufvermögen verbessert die Liquidität, während ein überwiegend im Anlagevermögen gebundenes Vermögen die finanzielle Beweglichkeit einschränken kann. Kennzahlen wie die Anlagenintensität oder der Liquiditätsgrad setzen die einzelnen Vermögensposten ins Verhältnis und geben Aufschluss über die Finanzstruktur. Ein ausgewogenes Verhältnis von Anlage- und Umlaufvermögen gilt als Zeichen einer soliden Vermögenslage.

Häufige Fragen zum Vermögen

Was ist der Unterschied zwischen Vermögen und Kapital?

Das Vermögen (Aktivseite) zeigt die Verwendung der Mittel, das Kapital (Passivseite) deren Herkunft. Beide Seiten der Bilanz sind stets gleich hoch, weil jede Mittelverwendung finanziert werden muss.

Was gehört zum Umlaufvermögen?

Zum Umlaufvermögen zählen Vorräte, Forderungen, Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie Kassenbestand und Bankguthaben – also kurzfristig gebundene Vermögenswerte.

Was bedeutet Nettovermögen?

Das Nettovermögen ergibt sich aus dem Gesamtvermögen abzüglich aller Schulden. Es entspricht dem Reinvermögen bzw. dem Eigenkapital des Unternehmens oder der Person. Es zeigt an, welcher Vermögensteil nach Abzug aller Verbindlichkeiten tatsächlich den Eigentümern zusteht, und ist damit ein wichtiger Maßstab für die finanzielle Stabilität.

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