Tilgung: Definition, Tilgungsarten und Berechnung einfach erklärt

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Die Tilgung bezeichnet die planmäßige Rückzahlung einer Schuld oder eines Kredits. Mit jeder Tilgungsleistung verringert sich die noch offene Restschuld gegenüber dem Gläubiger – meist einer Bank. Tilgung und Zinsen bilden gemeinsam die Belastung, die ein Schuldner für ein Darlehen zu tragen hat.

Tilgungsverlauf: Restschuld bei Raten- und Annuitätentilgung sowie wachsender Tilgungs- und sinkender Zinsanteil.
Ratentilgung senkt die Restschuld linear; bei der Annuität bleibt die Rate konstant, Tilgung steigt und Zins sinkt.

Was bedeutet Tilgung?

Unter Tilgung versteht man den Teil einer Zahlung, der die ausstehende Kreditsumme – die sogenannte Restschuld – tatsächlich reduziert. Wer einen Kredit aufnimmt, verpflichtet sich vertraglich, das geliehene Geld in vereinbarten Raten zurückzuzahlen. Anders als die Zinsen, die der Preis für die Überlassung des Kapitals sind, mindert die Tilgung die eigentliche Schuld.

Im betrieblichen Rechnungswesen ist die Tilgung ein reiner Vermögensvorgang: Sie ist kein Aufwand, sondern verringert lediglich eine Verbindlichkeit in der Bilanz. Nur der Zinsanteil wird erfolgswirksam als Aufwand erfasst. Die Höhe und der zeitliche Verlauf der Tilgung werden im Tilgungsplan festgehalten.

Tilgungsarten

Je nachdem, wie Rate und Tilgung über die Laufzeit verteilt sind, unterscheidet man drei grundlegende Darlehensformen:

  • Annuitätendarlehen: Die jährliche Rate (Annuität) bleibt über die gesamte Laufzeit konstant. Sie setzt sich aus Zins und Tilgung zusammen, wobei sich das Verhältnis im Zeitverlauf verschiebt.
  • Ratentilgung (Abzahlungsdarlehen): Hier bleibt der Tilgungsbetrag konstant. Da die Restschuld sinkt, fallen immer weniger Zinsen an – die Gesamtrate wird von Jahr zu Jahr kleiner.
  • Endfälliges Darlehen: Während der Laufzeit werden nur Zinsen gezahlt. Die komplette Tilgung erfolgt in einer Summe am Ende der Laufzeit, oft über einen angesparten Betrag oder eine Lebensversicherung.

Tilgung und Zins

Jede Kreditrate besteht aus zwei Bestandteilen: Rate = Zins + Tilgung. Die Zinsen werden stets auf die noch offene Restschuld berechnet. Beim Annuitätendarlehen bleibt die Rate gleich, doch weil mit jeder Zahlung die Restschuld sinkt, verringert sich der Zinsanteil – und der Tilgungsanteil steigt entsprechend an.

Ein einfaches Beispiel: Ein Darlehen über 100.000 Euro wird mit 4 % Zinsen und 2 % anfänglicher Tilgung als Annuität bedient. Die jährliche Rate beträgt 6 % von 100.000 Euro, also 6.000 Euro. Im ersten Jahr entfallen 4.000 Euro auf Zinsen und 2.000 Euro auf die Tilgung. Im zweiten Jahr beträgt die Restschuld nur noch 98.000 Euro, sodass lediglich 3.920 Euro Zinsen anfallen – die Tilgung steigt damit auf 2.080 Euro. So wächst der Tilgungsanteil von Jahr zu Jahr, während die Zinslast sinkt.

Häufige Fragen zur Tilgung

Was ist der Unterschied zwischen Tilgung und Zins?

Die Tilgung verringert die tatsächliche Schuld, also den geliehenen Geldbetrag. Der Zins ist dagegen das Entgelt, das der Schuldner für die Nutzung des Kapitals an den Gläubiger zahlt. Nur der Zinsanteil ist im Rechnungswesen ein Aufwand.

Was bedeutet eine Sondertilgung?

Eine Sondertilgung ist eine zusätzliche, außerplanmäßige Rückzahlung neben den vereinbarten Raten. Sie reduziert die Restschuld schneller, verkürzt die Laufzeit und spart Zinsen. Ob und in welcher Höhe Sondertilgungen möglich sind, regelt der Kreditvertrag.

Warum steigt der Tilgungsanteil beim Annuitätendarlehen?

Weil die Rate konstant bleibt, die Zinsen aber nur auf die sinkende Restschuld berechnet werden. Je weiter die Schuld abgebaut ist, desto weniger Zinsen fallen an – der frei werdende Betrag fließt automatisch in eine höhere Tilgung.

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