Mikrokredit

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Ein Mikrokredit ist ein Kleinstkredit über eine vergleichsweise geringe Summe, der typischerweise an Existenzgründer, Kleinstunternehmen oder Personen mit eingeschränktem Zugang zu klassischen Bankkrediten vergeben wird. Die Kreditsummen liegen meist im Bereich von wenigen hundert bis einigen zehntausend Euro und sollen wirtschaftliche Aktivität dort ermöglichen, wo herkömmliche Finanzierungen ausbleiben.

Was ist ein Mikrokredit?

Mikrokredite haben ihren Ursprung in der Entwicklungsfinanzierung und wurden insbesondere durch die Grameen Bank des Ökonomen Muhammad Yunus bekannt, der dafür 2006 den Friedensnobelpreis erhielt. Das Grundprinzip: Auch Menschen ohne Sicherheiten oder geregeltes Einkommen sollen durch kleine Darlehen wirtschaftlich selbstständig werden können. In Deutschland werden Mikrokredite unter anderem über den Mikrokreditfonds Deutschland und akkreditierte Mikrofinanzinstitute vergeben, oft begleitet von Beratung und Coaching. Sie schließen damit eine Finanzierungslücke für Gründer und kleine Betriebe. Der Grundgedanke ist, dass auch kleine Kapitalbeträge eine große Wirkung entfalten können, wenn sie gezielt in eine selbstständige Tätigkeit investiert werden. Während Banken die Bearbeitung kleiner Kreditsummen häufig als unwirtschaftlich ansehen, haben sich Mikrofinanzinstitute genau auf dieses Segment spezialisiert.

Merkmale und Funktionsweise

Mikrokredite unterscheiden sich in mehreren Punkten vom klassischen Bankkredit:

  • Geringe Kreditsummen, häufig zwischen 1.000 und 25.000 Euro
  • Kurze bis mittlere Laufzeiten, oft wenige Monate bis wenige Jahre
  • Vereinfachte Vergabe mit geringeren Anforderungen an Sicherheiten
  • Stufenweise Vergabe: Folgekredite werden nach pünktlicher Rückzahlung erhöht
  • Begleitende Betreuung durch das Mikrofinanzinstitut

Aufgrund des höheren Risikos und des größeren Betreuungsaufwands liegt der Zinssatz von Mikrokrediten in der Regel über dem klassischer Bankkredite. Die enge Begleitung und die schrittweise Erhöhung der Kreditsummen sollen die Rückzahlung sichern und die Ausfallquote niedrig halten. Ein Beispiel verdeutlicht das Prinzip: Eine Existenzgründerin erhält zunächst einen Mikrokredit über 5.000 Euro für eine Erstausstattung. Zahlt sie diesen vereinbarungsgemäß zurück, kann ihr ein höherer Folgekredit gewährt werden, mit dem sie ihr Geschäft weiter ausbaut. So entsteht eine stufenweise wachsende Vertrauensbeziehung zwischen Kreditnehmer und Mikrofinanzinstitut.

Bedeutung und Abgrenzung

Mikrokredite leisten einen Beitrag zur Existenzgründung und zur finanziellen Inklusion, indem sie Personen erreichen, die von Banken abgelehnt würden. Abzugrenzen sind sie von gewöhnlichen Konsumentenkrediten, da Mikrokredite überwiegend einem unternehmerischen Zweck dienen. In Schwellen- und Entwicklungsländern gelten sie als Instrument der Armutsbekämpfung, während sie in Industrieländern vor allem die Gründungsförderung unterstützen.

Häufige Fragen zu Mikrokrediten

Wer kann einen Mikrokredit erhalten?

Mikrokredite richten sich vor allem an Existenzgründer und Kleinstunternehmen, die keinen oder nur erschwerten Zugang zu klassischen Bankkrediten haben. Auch Selbstständige mit geringem Kapitalbedarf können sie nutzen.

Warum sind die Zinsen bei Mikrokrediten oft höher?

Die höheren Zinsen ergeben sich aus dem größeren Ausfallrisiko und dem hohen Verwaltungs- und Betreuungsaufwand bei kleinen Kreditsummen. Da geringere Sicherheiten verlangt werden, kompensiert der höhere Zins das zusätzliche Risiko des Kreditgebers.

Wo werden Mikrokredite in Deutschland vergeben?

In Deutschland werden Mikrokredite über den Mikrokreditfonds Deutschland und akkreditierte Mikrofinanzinstitute vergeben. Diese Institute prüfen die Vorhaben, vergeben die Kredite und begleiten die Kreditnehmer häufig zusätzlich mit Beratung.

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