Mezzanine Kapital: Definition, Arten und Einsatz in der Unternehmensfinanzierung

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Mezzanine Kapital ist eine hybride Finanzierungsform, die Eigenschaften von Eigen- und Fremdkapital kombiniert. Es füllt die Lücke zwischen klassischen Bankkrediten und Eigenkapital und ist besonders für Wachstumsfinanzierungen relevant.

Was ist Mezzanine Kapital?

Der Begriff „Mezzanine“ stammt aus dem Italienischen und bezeichnet ein Zwischengeschoss. In der Finanzierung steht er für Kapital, das in der Rangfolge zwischen Eigen- und Fremdkapital liegt: Es ist nachrangig gegenüber klassischen Bankdarlehen, aber vorrangig gegenüber Eigenkapitalgebern. Im Insolvenzfall wird Mezzanine-Kapital nach Fremdkapital, aber vor dem Eigenkapital bedient.

Formen des Mezzanine Kapitals

Form Eigenkapitalähnlich Fremdkapitalähnlich
Nachrangdarlehen ✓ (Zinsen, Rückzahlung)
Stille Beteiligung (atypisch) ✓ (Verlustbeteiligung)
Genussrechte/-scheine ✓ oder ✓/✓ je nach Ausgestaltung ✓ oder ✓/✓
Wandelanleihen ✓ (Wandlungsoption) ✓ (Zinszahlung)
Optionsanleihen ✓ (Kaufoption) ✓ (Anleiheteil)
Venture Capital (Preferred Shares)

Bilanzielle Einordnung

Je nach Ausgestaltung wird Mezzanine Kapital als Eigen- oder Fremdkapital klassifiziert. Entscheidend sind:

1. Gibt es eine feste Rückzahlungspflicht? → Fremdkapital-Indiz

2. Besteht eine Verlustbeteiligung? → Eigenkapital-Indiz

3. Ist das Kapital dauerhaft überlassen (kein Rückzahlungsanspruch)? → Eigenkapital

Typischer Einsatz von Mezzanine Kapital

Situation Mezzanine-Instrument
Unternehmensübernahme (MBO/LBO) Nachrangdarlehen, Genussrechte
Wachstumsfinanzierung Mittelstand Stille Beteiligung, Nachrangdarlehen
Vor Börsengang (Pre-IPO) Wandelanleihen, Preferred Shares
Immobilienfinanzierung Nachrangige Grundschuld

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Prüfungstipp: In Klausuren werden oft Mezzanine-Instrumente nach Eigen- oder Fremdkapital sortiert. Faustregel: Hat das Instrument eine feste Verzinsung und Rückzahlungspflicht → eher Fremdkapital. Gibt es keine garantierte Rückzahlung und Verlustbeteiligung → eher Eigenkapital.

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