Ein Me-too-Produkt ist ein Erzeugnis, das ein bereits am Markt etabliertes und erfolgreiches Produkt eines Wettbewerbers nachahmt, um an dessen Erfolg teilzuhaben. Der Begriff stammt aus dem englischen „me too“ („ich auch“) und beschreibt eine bewusste Imitationsstrategie im Marketing und in der Produktpolitik.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Me-too-Produkt?
Ein Me-too-Produkt orientiert sich stark an einem vorhandenen Originalprodukt, ohne dieses selbst entwickelt oder am Markt eingeführt zu haben. Das nachahmende Unternehmen verzichtet bewusst auf die kostspielige Pionierarbeit und tritt erst dann in den Markt ein, wenn sich ein Produkt bereits bewährt hat. Dadurch sinken Forschungs- und Entwicklungskosten sowie das Risiko eines Flops erheblich.
Typischerweise unterscheidet sich ein Me-too-Produkt nur in kleinen Details vom Original, etwa beim Preis, bei der Verpackung oder bei geringfügigen Funktionsmerkmalen. Bekannte Beispiele finden sich bei Handelsmarken im Lebensmittelbereich, die etablierte Markenprodukte günstiger nachbilden, oder bei Smartphones, die erfolgreiche Designmerkmale übernehmen.
Die Me-too-Strategie und ihre Vorteile
Die Me-too-Strategie zählt zu den Imitationsstrategien. Sie bietet dem nachahmenden Unternehmen mehrere Vorteile:
- Geringere Kosten: Forschung, Entwicklung und Markterschließung übernimmt der Pionier.
- Niedrigeres Risiko: Die Marktakzeptanz ist bereits nachgewiesen.
- Schnellerer Markteintritt: Das Unternehmen kann auf bewährte Konzepte zurückgreifen.
- Preisvorteil: Eingesparte Kosten ermöglichen oft einen günstigeren Verkaufspreis.
Demgegenüber stehen Nachteile: Das Me-too-Produkt verfügt selten über ein eigenständiges Image, ist leicht austauschbar und gerät in einen intensiven Preiswettbewerb. Zudem genießt der Pionier häufig einen Vertrauens- und Bekanntheitsvorsprung sowie den sogenannten First-Mover-Vorteil. Der Nachahmer muss daher oft über einen niedrigeren Preis oder zusätzliche Serviceleistungen überzeugen. Gelingt es jedoch nicht, sich klar zu positionieren, droht das Produkt in der Masse vergleichbarer Angebote unterzugehen. Erfolgreiche Me-too-Anbieter verbessern das Original deshalb in kleinen, aber spürbaren Punkten, etwa durch bessere Verfügbarkeit, attraktivere Verpackung oder gezielte Werbung.
Abgrenzung zu Innovation und Plagiat
Das Me-too-Produkt steht zwischen echter Produktinnovation und unrechtmäßigem Plagiat. Anders als ein Plagiat verletzt es keine Patente oder Markenrechte, sondern bewegt sich im legalen Rahmen, indem es lediglich Produktideen aufgreift. Im Gegensatz zur Innovation schafft es jedoch keinen echten Mehrwert durch Neuheit, sondern lebt vom Erfolg des Vorbilds. In der Produktlebenszyklus-Betrachtung tritt das Me-too-Produkt typischerweise erst in der Wachstums- oder Reifephase des Originals auf, wenn der Markt bereits erschlossen und die Nachfrage gesichert ist. Damit unterscheidet es sich auch von der Produktvariation, bei der ein Unternehmen sein eigenes Produkt abwandelt, statt das eines Wettbewerbers nachzuahmen.
Häufige Fragen zu Me-too-Produkten
Ist ein Me-too-Produkt legal?
Ja, solange keine Patente, Marken- oder Designrechte verletzt werden, ist die Nachahmung von Produktideen rechtlich zulässig. Wird hingegen ein geschütztes Original kopiert, handelt es sich um ein unzulässiges Plagiat.
Worin unterscheidet sich ein Me-too-Produkt von einer Innovation?
Eine Innovation bringt eine echte Neuheit auf den Markt und trägt das volle Risiko der Pionierarbeit. Ein Me-too-Produkt ahmt dagegen ein bereits erfolgreiches Produkt nach und spart so Entwicklungskosten und Risiko.
Warum setzen Unternehmen auf die Me-too-Strategie?
Unternehmen wählen die Me-too-Strategie, um Kosten und Risiken zu senken und schnell von einem bereits erprobten Markterfolg zu profitieren. Besonders Handelsmarken nutzen sie, um etablierte Produkte günstiger anzubieten.