Kuppelkalkulation: Restwert- und Marktpreismethode

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Die Kuppelkalkulation ist ein Verfahren der Kostenträgerrechnung für die sogenannte Kuppelproduktion. Von Kuppelproduktion spricht man, wenn bei einem Produktionsprozess technisch zwangsläufig mehrere Produkte gleichzeitig entstehen. Die Kuppelkalkulation verteilt die gemeinsam angefallenen Kosten auf diese Kuppelprodukte.

Was ist die Kuppelkalkulation?

Bei der Kuppelproduktion lassen sich die Erzeugnisse nicht getrennt herstellen: Aus einem Rohstoff oder Prozess entstehen mehrere Produkte zugleich, etwa bei der Erdölraffination oder in der Chemie. Die entstandenen Kuppelkosten können den einzelnen Produkten nicht direkt verursachungsgerecht zugeordnet werden. Die Kuppelkalkulation stellt daher Hilfsverfahren bereit, um die gemeinsamen Kosten sinnvoll aufzuteilen. Man unterscheidet Produkte häufig in ein Hauptprodukt und ein oder mehrere Nebenprodukte. Welches Verfahren angewendet wird, richtet sich danach, ob ein klar dominierendes Hauptprodukt vorliegt oder mehrere gleichrangige Erzeugnisse entstehen. Die beiden klassischen Verfahren sind die Restwertmethode und die Marktpreismethode, die je nach Produktstruktur zum Einsatz kommen.

Die Restwertmethode

Die Restwertmethode (auch Subtraktionsmethode) wird angewendet, wenn es ein eindeutiges Hauptprodukt und untergeordnete Nebenprodukte gibt. Das Prinzip:

  • Die Erlöse der Nebenprodukte werden von den gesamten Kuppelkosten abgezogen.
  • Der verbleibende Restbetrag wird dem Hauptprodukt als Kosten zugerechnet.

Beispiel: Die Kuppelkosten betragen 100.000 Euro. Das Nebenprodukt erzielt einen Erlös von 20.000 Euro. Es werden 5.000 Stück des Hauptprodukts hergestellt. Die Selbstkosten des Hauptprodukts je Stück berechnen sich so:

  • (100.000 EUR − 20.000 EUR) ÷ 5.000 Stück = 16 EUR pro Stück

Die Nebenprodukte werden bei dieser Methode also nicht eigenständig kalkuliert, sondern mindern lediglich die Kosten des Hauptprodukts.

Die Marktpreismethode

Die Marktpreismethode (auch Verteilungs- oder Tragfähigkeitsmethode) kommt zum Einsatz, wenn mehrere gleichrangige Hauptprodukte entstehen. Hier werden die Kuppelkosten im Verhältnis der Marktwerte auf die Produkte verteilt.

  • Für jedes Produkt wird der Marktwert (Menge × Marktpreis) ermittelt.
  • Die Kuppelkosten werden anteilig nach dem Verhältnis dieser Marktwerte aufgeteilt.

Beispiel: Bei Kuppelkosten von 90.000 Euro haben Produkt A einen Marktwert von 120.000 Euro und Produkt B einen Marktwert von 60.000 Euro (Verhältnis 2:1). Auf Produkt A entfallen 60.000 Euro, auf Produkt B 30.000 Euro der Kosten. Die Methode folgt dem Tragfähigkeitsprinzip: Produkte mit höherem Marktwert tragen einen größeren Anteil der gemeinsamen Kosten. Ein Vorteil dieses Vorgehens ist, dass jedes Produkt einen zu seinem Marktwert passenden Kostenanteil erhält und so tendenziell alle Produkte einen positiven Erfolgsbeitrag ausweisen. Der wesentliche Nachteil beider Verfahren liegt darin, dass die Kostenzurechnung nicht verursachungsgerecht erfolgen kann – sie bleibt eine sinnvolle, aber letztlich willkürfreie Näherung, weil die Produkte technisch untrennbar gemeinsam entstehen.

Häufige Fragen zur Kuppelkalkulation

Wann wird die Kuppelkalkulation eingesetzt?

Immer dann, wenn bei einem Produktionsprozess technisch zwangsläufig mehrere Produkte gleichzeitig entstehen und sich die gemeinsamen Kosten nicht direkt zuordnen lassen, etwa in Raffinerien, der chemischen Industrie oder der Fleischverarbeitung.

Wann Restwert- und wann Marktpreismethode?

Die Restwertmethode eignet sich bei einem klaren Hauptprodukt mit untergeordneten Nebenprodukten. Die Marktpreismethode wird angewendet, wenn mehrere gleichwertige Hauptprodukte entstehen und die Kosten nach Tragfähigkeit verteilt werden sollen.

Was sind Kuppelprodukte?

Kuppelprodukte sind Erzeugnisse, die in einem gemeinsamen Produktionsprozess zwangsläufig zusammen anfallen. Sie können nicht einzeln, sondern nur im Verbund hergestellt werden.

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