Investmentzertifikat

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Ein Investmentzertifikat – auch Anteilschein oder Fondsanteil genannt – ist ein Wertpapier, das den Anteil eines Anlegers am Vermögen eines Investmentfonds verbrieft. Der Inhaber wird Miteigentümer des im Fonds gebündelten Sondervermögens und partizipiert anteilig an dessen Wertentwicklung und Erträgen.

Was ist ein Investmentzertifikat?

Eine Kapitalverwaltungsgesellschaft sammelt das Geld vieler Anleger ein und investiert es nach festgelegten Anlagegrundsätzen in Wertpapiere, Immobilien oder andere Vermögenswerte. Für das eingezahlte Kapital erhält der Anleger Investmentzertifikate, die seinen Anteil am Fondsvermögen dokumentieren. Dieses Vermögen ist als Sondervermögen rechtlich vom Vermögen der Verwaltungsgesellschaft getrennt und bleibt damit bei einer Insolvenz der Gesellschaft geschützt.

Rechte und Erträge

Das Investmentzertifikat vermittelt dem Anleger vor allem vermögensrechtliche Ansprüche:

  • Anteil am Fondsvermögen: Miteigentum am gesamten Sondervermögen entsprechend der Zahl der Anteile.
  • Ertragsanspruch: Anspruch auf Ausschüttungen (z. B. Zinsen, Dividenden, Mieten) bei ausschüttenden Fonds.
  • Rückgaberecht: Recht auf Rückgabe der Anteile an die Kapitalverwaltungsgesellschaft zum jeweiligen Rücknahmepreis.

Man unterscheidet ausschüttende Fonds, die Erträge an die Anleger auszahlen, und thesaurierende Fonds, die Erträge wieder im Fonds anlegen und so den Anteilswert erhöhen. Anders als Aktien gewähren Investmentzertifikate in der Regel kein Stimmrecht über die einzelnen im Fonds enthaltenen Unternehmen, da die Anlageentscheidungen das Fondsmanagement trifft. Der Anleger profitiert dafür von einer breiten Risikostreuung über viele Wertpapiere, die er als Einzelanleger nur mit hohem Aufwand erreichen könnte.

Bewertung und Preisbildung

Der Wert eines Investmentzertifikats wird über den Anteilwert (Net Asset Value) bestimmt. Er ergibt sich aus dem Gesamtwert des Fondsvermögens geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile:

  • Anteilwert = Fondsvermögen ÷ Anzahl der Anteile

Beim Kauf zahlt der Anleger häufig einen Ausgabeaufschlag auf den Anteilwert; die Rückgabe erfolgt zum Rücknahmepreis. Hat ein Fonds ein Vermögen von 10 Millionen Euro und sind 100.000 Anteile ausgegeben, beträgt der Anteilwert 100 Euro. Bei börsengehandelten Indexfonds (ETF) werden die Zertifikate zusätzlich fortlaufend an der Börse gehandelt. Für die Verwaltung des Fonds fällt zudem eine laufende Verwaltungsgebühr an, die den Anteilwert mindert. Diese Kosten sollten Anleger beim Vergleich verschiedener Fonds neben der erwarteten Wertentwicklung berücksichtigen.

Häufige Fragen zum Investmentzertifikat

Ist ein Investmentzertifikat dasselbe wie eine Aktie?

Nein. Eine Aktie verbrieft einen Anteil an einer einzelnen Aktiengesellschaft. Ein Investmentzertifikat verbrieft dagegen einen Anteil an einem ganzen Fonds, der wiederum in viele verschiedene Vermögenswerte investiert und so das Risiko streut.

Wie sicher ist das Geld im Fonds?

Das Fondsvermögen ist als Sondervermögen vom Vermögen der Verwaltungsgesellschaft getrennt und bei deren Insolvenz geschützt. Das allgemeine Marktrisiko bleibt jedoch bestehen: Der Anteilwert kann je nach Kursentwicklung steigen oder fallen.

Wie kann ich Investmentzertifikate wieder verkaufen?

Anteile offener Fonds können in der Regel jederzeit an die Kapitalverwaltungsgesellschaft zum Rücknahmepreis zurückgegeben werden. Bei börsengehandelten Fonds ist zusätzlich ein Verkauf über die Börse möglich.

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