Factoring: Definition, Arten, Buchung und Vorteile

Home » Factoring: Definition, Arten, Buchung und Vorteile

Factoring ist der Verkauf von offenen Forderungen an ein Finanzierungsinstitut (Factor). Das Unternehmen erhält sofort Liquidität, ohne auf Kundenzahlungen warten zu müssen. Es ist eine wichtige Form der Außenfinanzierung im Working Capital Management.

Wie funktioniert Factoring?

Schritt Ablauf
1 Unternehmen liefert Ware/Dienstleistung an Kunden und erstellt Rechnung
2 Unternehmen verkauft die Forderung an den Factor
3 Factor zahlt sofort (abzüglich Factoringgebühr und ggf. Sicherheitseinbehalt) an Unternehmen
4 Kunde zahlt zum Fälligkeitsdatum direkt an den Factor

Arten des Factorings

Art Merkmal
Echtes Factoring (ohne Regress) Factor übernimmt das Ausfallrisiko (Delkredererisiko) vollständig
Unechtes Factoring (mit Regress) Unternehmen trägt das Ausfallrisiko; Factor hat Rückgriffsrecht
Stilles Factoring Kunden werden nicht informiert; Zahlung läuft weiter an Unternehmen
Offenes Factoring Kunden werden über Forderungsverkauf informiert
Full-Service-Factoring Factor übernimmt zusätzlich Debitorenmanagement und Mahnwesen

Kosten des Factorings

Kostenbestandteil Typische Höhe
Factoringgebühr 0,5–2,5 % der Forderungssumme (für Verwaltung, Delkredere)
Factoringzins Basiszins + Marge (für Vorfinanzierung)
Sicherheitseinbehalt 10–20 % der Forderung (wird nach Zahlung ausgezahlt)

Buchungssatz beim echten Factoring

Forderung 100.000 € wird für 97.000 € an Factor verkauft (Factoringgebühr 3.000 €):

Bank 97.000 € / Factoringgebühren (Aufwand) 3.000 € an Forderungen aus L+L 100.000 €

Vorteile und Nachteile

Vorteile Nachteile
Sofortige Liquidität Kosten (Factoringgebühr)
Schutz vor Forderungsausfall (echtes Factoring) Möglicher Imageschaden bei offenem Factoring
Entlastung des Debitorenmanagements Verlust direkter Kundenbeziehung
Bilanzverkürzung → bessere Kennzahlen Nicht für alle Branchen geeignet

Verwandte Themen

Prüfungstipp: Unterscheide echtes (Ausfallrisiko beim Factor) und unechtes Factoring (Ausfallrisiko beim Unternehmen). Im echten Factoring wird die Forderung bilanziell vollständig ausgebucht; beim unechten Factoring verbleibt eine Eventualverbindlichkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen