Controlling-Konzepte: Regelkreis und Führungsansätze

Home » Controlling-Konzepte: Regelkreis und Führungsansätze

Controlling-Konzepte beschreiben die unterschiedlichen theoretischen Grundverständnisse davon, welche Aufgaben und welche Rolle das Controlling in einem Unternehmen übernimmt. Sie reichen vom informationsorientierten Ansatz über das koordinationsorientierte Führungskonzept bis zum systemorientierten Controlling. Die Konzepte prägen, wie Controlling in der Praxis ausgestaltet und in die Unternehmensführung eingebunden wird, und bilden die theoretische Grundlage des Fachgebiets.

Was sind Controlling-Konzepte?

Unter Controlling-Konzepten versteht man die grundlegenden Denkmodelle, die das Aufgabenspektrum des Controllings definieren. Ausgangspunkt ist stets die Unterstützung der Führung durch Planung, Steuerung und Kontrolle. Je nach Konzept steht dabei die Bereitstellung von Informationen, die Koordination von Teilsystemen oder die Sicherung der Rationalität von Führungsentscheidungen im Vordergrund. Die Konzepte schließen einander nicht aus, sondern haben sich historisch weiterentwickelt.

Die wichtigsten Ansätze im Überblick:

  • Informationsorientiertes Konzept: Controlling als interne Informationsversorgung der Führung,
  • Koordinationsorientiertes Konzept: Controlling als Koordination des Führungssystems,
  • Rationalitätssicherndes Konzept: Controlling zur Sicherung guter Entscheidungen.

Regelkreismodell des Controllings

Ein zentrales Modell ist der Controlling-Regelkreis, der Planung und Steuerung als geschlossenen Kreislauf abbildet. Er umfasst folgende Phasen:

  • Zielsetzung und Planung der Soll-Werte,
  • Realisation der Maßnahmen im operativen Geschäft,
  • Kontrolle durch Soll-Ist-Vergleich,
  • Abweichungsanalyse und Ableitung von Gegenmaßnahmen.

Der Kreislauf beginnt anschließend von Neuem, wobei die Erkenntnisse aus der Abweichungsanalyse in die nächste Planung einfließen. Damit verbindet der Regelkreis die klassischen Führungsfunktionen zu einem lernenden System.

Führungs- und systemorientiertes Controlling

Das koordinationsorientierte Führungskonzept versteht Controlling als Subsystem der Unternehmensführung, das die Teilsysteme Planung, Kontrolle, Organisation, Personalführung und Informationsversorgung aufeinander abstimmt. Das systemorientierte Controlling geht noch weiter und betrachtet das Unternehmen als komplexes, dynamisches System, dessen Steuerung ein umfassendes, vernetztes Controlling erfordert. Unterschieden werden zudem:

  • Strategisches Controlling – langfristig, auf Erfolgspotenziale ausgerichtet,
  • Operatives Controlling – kurzfristig, auf Gewinn und Liquidität fokussiert.

Aufgaben und Instrumente

Unabhängig vom zugrunde liegenden Konzept erfüllt das Controlling in der Praxis eine Reihe konkreter Aufgaben. Es unterstützt die Führung durch die Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen und den Einsatz erprobter Instrumente:

  • Planung und Budgetierung als Grundlage der Zielvorgaben,
  • Kosten- und Leistungsrechnung zur Ermittlung von Erfolg und Wirtschaftlichkeit,
  • Kennzahlensysteme und Berichtswesen zur laufenden Überwachung,
  • Abweichungsanalyse als Verbindung zwischen Plan und Realität.

Die Wahl des Konzepts bestimmt dabei vor allem, wie umfassend das Controlling in die Führung eingebunden ist und ob es eher unterstützende oder aktiv gestaltende Aufgaben übernimmt. In größeren Unternehmen ist das Controlling meist als eigene Abteilung organisiert, während in kleineren Betrieben oft die Geschäftsführung oder der Steuerberater diese Aufgaben mit übernimmt.

Häufige Fragen zu Controlling-Konzepten

Welches Controlling-Konzept ist das richtige?

Es gibt kein allgemein „richtiges“ Konzept. Die Wahl hängt von Größe, Branche und Führungsphilosophie des Unternehmens ab. In der Praxis werden häufig Elemente mehrerer Konzepte kombiniert.

Worin unterscheiden sich strategisches und operatives Controlling?

Strategisches Controlling sichert langfristige Erfolgspotenziale und arbeitet mit qualitativen Größen. Operatives Controlling steuert kurzfristig Gewinn und Liquidität anhand konkreter Kennzahlen wie Kosten und Deckungsbeiträgen.

Warum ist der Regelkreis für das Controlling wichtig?

Der Regelkreis verknüpft Planung, Realisation und Kontrolle zu einem geschlossenen Prozess. Er stellt sicher, dass Abweichungen erkannt und in Form von Gegenmaßnahmen sowie verbesserten Planwerten berücksichtigt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen