Controlling Konzepte: Regelkreismodell, Führungskonzept und systemorientiertes Controlling

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In der Betriebswirtschaftslehre existieren verschiedene Controlling-Konzepte, die unterschiedliche Antworten auf die Frage geben, was Controlling eigentlich ist und welche Funktion es in der Unternehmensführung übernimmt. Die bekanntesten Konzepte sind das Regelkreismodell, das Führungskonzept nach Küpper sowie der systemorientierte Ansatz nach Horváth.

Warum gibt es verschiedene Controlling-Konzepte?

Controlling ist kein gesetzlich definierter Begriff – es gibt keine einheitliche, allgemein anerkannte Definition. Verschiedene Wissenschaftler haben unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt: Manche betonen die Informationsversorgung, andere die Koordination, wieder andere die Steuerung und Regelung von Unternehmensaktivitäten.

Konzept Kernaussage Hauptvertreter
Regelkreismodell Controlling als kybernetischer Regelkreis aus Soll-Ist-Vergleich und Steuerungsimpuls Allgemein verbreitet
Führungskonzept Controlling koordiniert das Führungssystem Küpper
Systemorientierter Ansatz Controlling als Subsystem der Unternehmensführung: Planung, Kontrolle, Information Horváth
Gewinnzielorientierter Ansatz Controlling sichert die Erreichung des Gewinnziels Reichmann

Das Regelkreismodell

Das Regelkreismodell (kybernetischer Ansatz) beschreibt Controlling als kontinuierlichen Steuerungsprozess:

  1. Zielgröße setzen (Sollwert): Planung definiert Soll-Kennzahlen
  2. Ist-Größe messen: Rechnungswesen liefert Ist-Werte
  3. Soll-Ist-Vergleich: Abweichungsanalyse
  4. Steuerungsimpuls: Maßnahmen zur Abweichungskorrektur
  5. Wirkung auf den Prozess: Rückkopplung

Dieses Modell betont die Kontrollfunktion des Controllings.

Das Führungskonzept nach Küpper

Hans-Ulrich Küpper sieht Controlling als Koordinationsfunktion des Führungssystems. Controlling verbindet und koordiniert die Teilsysteme der Unternehmensführung:

  • Planungssystem (Was soll erreicht werden?)
  • Kontrollsystem (Wurde es erreicht?)
  • Informationsversorgungssystem (Welche Daten stehen bereit?)
  • Organisationssystem (Wie sind Verantwortlichkeiten strukturiert?)
  • Personalführungssystem (Wie werden Menschen geführt?)

Der systemorientierte Ansatz nach Horváth

Peter Horváth definiert Controlling als Subsystem der Führung, das Planung und Kontrolle sowie die dazugehörige Informationsversorgung koordiniert. Ziel ist die Sicherstellung der Effektivität (richtige Ziele) und Effizienz (richtige Mittel) der Unternehmensführung.

Horváths Controlling-Konzept betont:

  • Koordination zwischen Planung und Kontrolle
  • Informationsversorgung als Basis aller Entscheidungen
  • Controlling als Dienstleister für das Management, nicht als eigenständige Entscheidungsinstanz

Operatives vs. strategisches Controlling im Konzeptvergleich

Alle Konzepte unterscheiden zwischen operativem Controlling (kurzfristig, Effizienz, Gewinn) und strategischem Controlling (langfristig, Effektivität, Erfolgspotenziale). Das Regelkreismodell eignet sich besonders für das operative, der systemorientierte Ansatz auch für das strategische Controlling.

Prüfungstipp: Drei Konzepte mit Kernaussage und Hauptvertreter kennen. Regelkreis in 5 Schritten skizzieren. Koordinationsfunktion nach Küpper: 5 Teilsysteme der Führung. Unterschied operatives vs. strategisches Controlling. Häufige Klausurfrage: „Erläutern Sie das Controlling-Konzept nach Horváth.“

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