Bruttosozialprodukt

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Das Bruttosozialprodukt (BSP) ist eine volkswirtschaftliche Kennzahl, die den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen erfasst, die von den Angehörigen einer Volkswirtschaft (Inländern) innerhalb eines Jahres erwirtschaftet werden – unabhängig davon, ob die Leistung im Inland oder im Ausland erbracht wurde. In der heutigen amtlichen Statistik wird das BSP unter der Bezeichnung Bruttonationaleinkommen (BNE) geführt.

Was ist das Bruttosozialprodukt?

Das Bruttosozialprodukt folgt dem Inländerprinzip: Maßgeblich ist, wer die Wirtschaftsleistung erbringt, nicht wo sie erbracht wird. Verdient etwa ein deutscher Arbeitnehmer Geld im Ausland, fließt dieses Einkommen in das BSP ein. Erwirtschaftet umgekehrt ein ausländisches Unternehmen Erträge in Deutschland, zählt dies nicht dazu. Damit unterscheidet sich das BSP grundlegend vom Bruttoinlandsprodukt (BIP), das dem Inlandsprinzip folgt.

Abgrenzung zum Bruttoinlandsprodukt

Bruttosozialprodukt und Bruttoinlandsprodukt hängen über die sogenannten Primäreinkommen aus dem Ausland zusammen. Es gilt vereinfacht:

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP): alle im Inland erbrachten Leistungen (Inlandsprinzip).
  • + Primäreinkommen von Inländern aus dem Ausland (z. B. Löhne, Gewinne, Zinsen).
  • − Primäreinkommen von Ausländern aus dem Inland.
  • = Bruttosozialprodukt bzw. Bruttonationaleinkommen.

Ist der Saldo der Auslandseinkommen positiv, liegt das BSP über dem BIP, andernfalls darunter.

Nominales und reales Bruttosozialprodukt

Wie beim BIP wird auch beim BSP zwischen nominaler und realer Betrachtung unterschieden:

  • Nominales BSP: bewertet zu den jeweils geltenden Marktpreisen, enthält also Preissteigerungen.
  • Reales BSP: um die Preisentwicklung (Inflation) bereinigt und dadurch über die Zeit vergleichbar.

Das reale BSP eignet sich besser zur Beurteilung des tatsächlichen Wirtschaftswachstums, weil es reine Preiseffekte herausrechnet.

Bedeutung und Grenzen der Kennzahl

Das Bruttosozialprodukt gehört zu den zentralen Größen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und dient als Maßstab für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und das Einkommen einer Nation. Häufig wird es pro Kopf der Bevölkerung berechnet, um den Wohlstand verschiedener Länder zu vergleichen. Allerdings hat die Kennzahl auch Grenzen:

  • Unbezahlte Leistungen wie Hausarbeit oder ehrenamtliche Tätigkeit werden nicht erfasst.
  • Umwelt- und Folgeschäden der Produktion bleiben unberücksichtigt.
  • Die Verteilung des Einkommens innerhalb der Bevölkerung wird nicht abgebildet.

Trotz dieser Einschränkungen bleibt das Bruttosozialprodukt ein wichtiger Indikator für gesamtwirtschaftliche Vergleiche und Entwicklungen.

Häufige Fragen zum Bruttosozialprodukt

Worin unterscheiden sich BSP und BIP?

Das BSP misst die Leistung der Inländer (Inländerprinzip), das BIP die im Inland erbrachte Leistung (Inlandsprinzip). Der Unterschied ergibt sich aus dem Saldo der Primäreinkommen mit dem Ausland.

Heißt das Bruttosozialprodukt heute anders?

Ja. In der amtlichen Statistik wurde der Begriff Bruttosozialprodukt durch den Ausdruck Bruttonationaleinkommen (BNE) ersetzt. Inhaltlich beschreiben beide dieselbe Größe.

Wozu dient das Bruttosozialprodukt?

Es dient als Maßstab für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft und für das Einkommen ihrer Bürger. Pro Kopf berechnet wird es zudem für internationale Wohlstandsvergleiche herangezogen, auch wenn unbezahlte Leistungen und Umweltschäden dabei unberücksichtigt bleiben.

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