Warenkredit

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Der Warenkredit – auch Lieferantenkredit genannt – ist eine kurzfristige Kreditform, bei der ein Lieferant Waren liefert oder eine Leistung erbringt, ohne dass der Käufer sofort bezahlen muss. Der Verkäufer räumt dem Käufer also ein Zahlungsziel ein und gewährt damit faktisch einen Kredit in Höhe des Rechnungsbetrags. Der Warenkredit ist eine der wichtigsten Formen der kurzfristigen Außenfinanzierung.

Was ist ein Warenkredit?

Beim Warenkredit liefert der Lieferant die Ware „auf Ziel“, das heißt, der Kaufpreis ist nicht sofort, sondern erst nach Ablauf einer vereinbarten Frist – etwa 30 Tage – fällig. In dieser Zeit kann der Käufer über die Ware verfügen, ohne sie bereits bezahlt zu haben. Aus Sicht des Käufers handelt es sich um einen Lieferantenkredit, aus Sicht des Verkäufers um eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen. Der Warenkredit ist im Geschäftsverkehr weit verbreitet, weil er ohne aufwendige Kreditverhandlungen mit einer Bank zustande kommt.

Kosten des Warenkredits

Der Warenkredit wirkt auf den ersten Blick kostenlos, ist aber häufig teuer. Bietet der Lieferant Skonto für schnelle Zahlung an, verzichtet der Käufer bei Inanspruchnahme des vollen Zahlungsziels auf diesen Preisnachlass. Der entgangene Skonto stellt die eigentlichen Kreditkosten dar.

  • Beispiel: Zahlungsziel 30 Tage, bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen 2 Prozent Skonto.
  • Wer das Skonto nicht nutzt, „bezahlt“ 2 Prozent für 20 Tage zusätzlichen Zahlungsaufschub.
  • Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich ein effektiver Jahreszins von rund 36 Prozent.

Deshalb lohnt es sich meist, Skonto zu nutzen und das Zahlungsziel nur dann auszuschöpfen, wenn kein Skonto gewährt wird oder die Liquidität knapp ist.

Buchung des Warenkredits

Beim Wareneinkauf auf Ziel entsteht eine Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten:

  • Wareneingang und Vorsteuer an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Begleicht der Käufer die Rechnung später unter Abzug von Skonto, wird die Verbindlichkeit ausgebucht und der Skontobetrag erfolgswirksam erfasst.

Häufige Fragen zu Warenkredit

Was ist der Unterschied zwischen Warenkredit und Bankkredit?

Der Warenkredit wird vom Lieferanten in Form eines Zahlungsziels gewährt und ist an ein konkretes Liefergeschäft gebunden. Der Bankkredit wird von einem Kreditinstitut als Geldbetrag bereitgestellt und kann frei verwendet werden. Der Warenkredit ist meist kurzfristiger, aber bei Skontoverzicht oft teurer.

Warum ist der Warenkredit oft teuer?

Wer das Zahlungsziel voll ausnutzt, verzichtet in der Regel auf ein angebotenes Skonto. Dieser entgangene Preisnachlass entspricht auf das Jahr hochgerechnet einem hohen effektiven Zinssatz, der oft weit über den Konditionen eines Bankkredits liegt.

Wer trägt das Risiko beim Warenkredit?

Das Risiko trägt der Lieferant, denn er liefert die Ware, bevor er das Geld erhält. Zahlt der Käufer nicht, hat der Lieferant eine offene Forderung. Zur Absicherung dient häufig der Eigentumsvorbehalt, durch den die Ware bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Lieferanten bleibt.

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