Überziehungszins

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Der Überziehungszins ist der Zinssatz, den ein Kreditinstitut berechnet, wenn ein Girokonto über die eingeräumte Kreditlinie hinaus belastet wird. Er fällt zusätzlich zum oder anstelle des Dispositionszinses an und ist in der Regel deutlich höher als der normale Sollzins. Der Überziehungszins ist damit der Preis für eine kurzfristige, vom Kunden nicht vereinbarte Kreditinanspruchnahme.

Was ist der Überziehungszins?

Viele Banken räumen ihren Kunden auf dem Girokonto einen Dispositionskredit ein, bis zu dessen Höhe das Konto ohne gesonderte Vereinbarung überzogen werden darf. Wird dieser Rahmen überschritten, spricht man von einer geduldeten Überziehung. Für den Betrag, der über den Dispokredit hinausgeht, berechnet die Bank den Überziehungszins.

Der Überziehungszins gehört zu den teuersten Formen der Kreditaufnahme. Er liegt häufig über dem ohnehin schon hohen Dispositionszins und sollte daher nur kurzfristig in Anspruch genommen werden.

Abgrenzung und Berechnung

Zur Einordnung sind drei Begriffe wichtig:

  • Dispositionskredit: Vereinbarte Kreditlinie, bis zu der das Konto überzogen werden darf; hierfür gilt der Dispositionszins.
  • Geduldete Überziehung: Belastung über den Dispokredit hinaus, ohne gesonderte Vereinbarung; hierfür gilt der Überziehungszins.
  • Überziehungszins: Zusätzlicher Zinssatz auf den über die Linie hinausgehenden Betrag.

Die Zinsen werden taggenau auf den jeweils in Anspruch genommenen Betrag berechnet. Ein vereinfachtes Beispiel: Wird ein Konto über den Dispo hinaus mit 1.000 € überzogen und beträgt der Überziehungszins 15 % p. a., so ergeben sich für 30 Tage rund 12,33 € Zinsen (1.000 € × 15 % × 30/365).

Rechtlicher Rahmen

Banken sind gesetzlich verpflichtet, den Zinssatz für geduldete Überziehungen transparent auszuweisen. Nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs müssen die Konditionen leicht zugänglich und verständlich angegeben werden. Zudem besteht eine Beratungspflicht, wenn ein Kunde sein Konto über einen längeren Zeitraum erheblich überzieht. Wer dauerhaft auf eine Überziehung angewiesen ist, sollte über günstigere Finanzierungsformen wie einen Ratenkredit nachdenken.

Anders als bei einem Ratenkredit gibt es bei der Kontoüberziehung keinen festen Tilgungsplan. Das birgt die Gefahr, dass sich ein dauerhaft überzogenes Konto unbemerkt zu einer teuren Dauerschuld entwickelt. Eine Umschuldung in einen Ratenkredit mit klar definierten Raten und niedrigerem Zinssatz kann die Zinslast deutlich senken und die Rückzahlung planbar machen.

Häufige Fragen zum Überziehungszins

Worin unterscheiden sich Dispozins und Überziehungszins?

Der Dispozins fällt innerhalb des vereinbarten Dispositionskredits an. Der Überziehungszins wird zusätzlich berechnet, wenn das Konto über diese vereinbarte Linie hinaus belastet wird. Der Überziehungszins ist in der Regel höher als der Dispozins.

Wie kann man Überziehungszinsen vermeiden?

Überziehungszinsen lassen sich vermeiden, indem man das Konto nicht über den Dispositionskredit hinaus belastet. Bei dauerhaftem Kreditbedarf ist ein Ratenkredit meist deutlich günstiger. Auch eine Erhöhung des Dispokredits kann sinnvoll sein, da der Dispozins niedriger ausfällt.

Ist der Überziehungszins gesetzlich begrenzt?

Es gibt keine starre gesetzliche Obergrenze, jedoch müssen die Konditionen transparent ausgewiesen werden. Überhöhte Zinsen können im Einzelfall als sittenwidrig gelten. Generell zählt der Überziehungszins zu den teuersten Kreditformen und sollte nur kurzfristig genutzt werden.

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