Soziale Bedürfnisse sind das menschliche Verlangen nach Zugehörigkeit, Kontakt und Anerkennung durch andere Menschen. Sie zählen zu den wichtigsten Antriebskräften wirtschaftlichen Handelns und bilden in der bekannten Bedürfnispyramide von Abraham Maslow die dritte Stufe zwischen den Sicherheits- und den Individualbedürfnissen.
Soziale Bedürfnisse sind ein fester Bestandteil der Bedürfnislehre, mit der die Volkswirtschaftslehre das Verhalten von Konsumenten erklärt. Da menschliche Bedürfnisse grundsätzlich als unbegrenzt gelten, die Mittel zu ihrer Befriedigung aber knapp sind, entsteht der Zwang zum Wirtschaften. Soziale Bedürfnisse nehmen dabei eine besondere Stellung ein, weil sie sich nicht allein durch materielle Güter, sondern vor allem durch zwischenmenschliche Beziehungen und Erlebnisse befriedigen lassen.
Inhaltsverzeichnis
Was sind soziale Bedürfnisse?
Soziale Bedürfnisse beschreiben den Wunsch des Menschen nach Gemeinschaft, Liebe, Freundschaft und Akzeptanz in einer Gruppe. Sie entstehen, sobald die grundlegenden Existenz- und Sicherheitsbedürfnisse weitgehend befriedigt sind. In der Volkswirtschaftslehre sind Bedürfnisse der Ausgangspunkt allen Wirtschaftens, weil sie die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen auslösen. Werden Bedürfnisse mit Kaufkraft verbunden, entsteht aus ihnen ein konkreter Bedarf am Markt.
Einordnung in die Bedürfnispyramide
Maslow ordnete die menschlichen Bedürfnisse hierarchisch an. Soziale Bedürfnisse stehen dabei auf der dritten Ebene:
- Physiologische Bedürfnisse: Essen, Trinken, Schlafen.
- Sicherheitsbedürfnisse: Wohnung, Arbeitsplatz, Gesundheit.
- Soziale Bedürfnisse: Zugehörigkeit, Freundschaft, Liebe.
- Individualbedürfnisse: Anerkennung, Status, Wertschätzung.
- Selbstverwirklichung: Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.
Nach Maslows Theorie treten höhere Bedürfnisse erst dann in den Vordergrund, wenn die darunterliegenden Stufen weitgehend gedeckt sind. Die ersten drei Stufen gelten als Defizitbedürfnisse, deren Nichterfüllung als Mangel empfunden wird.
Beispiele und wirtschaftliche Bedeutung
Soziale Bedürfnisse äußern sich im Alltag und im Konsumverhalten auf vielfältige Weise:
- Mitgliedschaft in Vereinen, Clubs oder Netzwerken.
- Nutzung sozialer Medien und Kommunikationsdienste.
- Gemeinsame Aktivitäten wie Reisen, Gastronomie oder Freizeitangebote.
Für Unternehmen sind soziale Bedürfnisse ein bedeutender Absatzfaktor: Zahlreiche Produkte und Dienstleistungen – von der Mitgliedschaft im Fitnessstudio bis zur Plattform für Videotelefonie – zielen darauf ab, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Das Marketing spricht soziale Bedürfnisse gezielt an, etwa indem es ein Produkt mit einem Gefühl von Zugehörigkeit oder Gemeinschaft verbindet.
In der Wirtschaftslehre werden Bedürfnisse zudem nach weiteren Kriterien eingeteilt, in die sich auch die sozialen Bedürfnisse einordnen lassen:
- Individualbedürfnisse: Wünsche eines einzelnen Menschen, etwa nach Freundschaft.
- Kollektivbedürfnisse: Bedürfnisse einer Gemeinschaft, beispielsweise nach öffentlichen Treffpunkten.
- Kulturbedürfnisse: Bedürfnisse, die über das Existenznotwendige hinausgehen, wie Geselligkeit und Teilhabe.
Soziale Bedürfnisse sind überwiegend Kulturbedürfnisse, da sie nicht der reinen Existenzsicherung dienen. Mit steigendem Wohlstand gewinnen sie an Bedeutung, weil mehr Menschen über die nötigen Mittel verfügen, um Kontakte, Gemeinschaft und gesellschaftliche Teilhabe aktiv zu pflegen. Damit werden sie zu einem wachsenden Markt für Anbieter entsprechender Angebote.
Häufige Fragen zu sozialen Bedürfnissen
Auf welcher Stufe der Maslow-Pyramide stehen soziale Bedürfnisse?
Sie bilden die dritte Stufe und folgen auf die physiologischen Bedürfnisse und die Sicherheitsbedürfnisse.
Worin unterscheiden sich soziale Bedürfnisse und Individualbedürfnisse?
Soziale Bedürfnisse zielen auf Zugehörigkeit und Gemeinschaft, Individualbedürfnisse dagegen auf persönliche Anerkennung, Status und Wertschätzung.
Warum sind soziale Bedürfnisse für die Wirtschaft wichtig?
Sie lösen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen aus, die Gemeinschaft, Kommunikation und Zugehörigkeit fördern, und sind damit ein wichtiger Absatzmarkt.