Der Sollzins ist der Zinssatz, den ein Kreditnehmer für die Überlassung eines Darlehens an die Bank zahlen muss. Er bezieht sich auf die ausstehende Darlehenssumme und gibt die reinen Zinskosten an, ohne zusätzliche Gebühren oder Nebenkosten zu berücksichtigen. Früher wurde er auch als Nominalzins bezeichnet.
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Was ist der Sollzins?
Der Sollzins drückt aus, wie teuer ein Kredit allein in Bezug auf die Zinsen ist. Er wird auf die jeweils noch offene Restschuld berechnet und in der Regel als jährlicher Prozentsatz angegeben. Da der Sollzins keine weiteren Kosten wie Bearbeitungsgebühren oder die Auswirkungen der Zinsverrechnung enthält, ist er für sich genommen nur bedingt aussagekräftig für einen Kreditvergleich. Aussagekräftiger ist der Effektivzins, der die Gesamtkosten widerspiegelt.
Gebundener und veränderlicher Sollzins
Bei Krediten wird zwischen festen und variablen Sollzinsen unterschieden:
- Gebundener Sollzins: Der Zinssatz wird für einen vereinbarten Zeitraum (Sollzinsbindung) festgeschrieben und bleibt während dieser Zeit unverändert. Das gibt dem Kreditnehmer Planungssicherheit.
- Veränderlicher Sollzins: Der Zinssatz kann während der Laufzeit angepasst werden, etwa in Abhängigkeit von einem Referenzzinssatz. Steigt das allgemeine Zinsniveau, erhöhen sich auch die Kreditkosten.
Bei Immobilienfinanzierungen ist die Sollzinsbindung ein zentrales Merkmal: Sie legt fest, wie lange der vereinbarte Zinssatz garantiert ist. Übliche Bindungsfristen reichen von fünf bis zu zwanzig Jahren oder mehr. Je länger die Bindung, desto höher ist meist der Sollzins, da die Bank das Risiko steigender Zinsen über einen längeren Zeitraum trägt. Nach Ablauf der Bindung wird für die Restschuld eine Anschlussfinanzierung zu den dann gültigen Konditionen vereinbart.
Abgrenzung zum Effektivzins
Der Sollzins ist vom Effektivzins zu unterscheiden:
- Sollzins: reiner Zinssatz auf die Darlehenssumme.
- Effektiver Jahreszins: Gesamtkosten des Kredits pro Jahr einschließlich Zinsen und bestimmter Nebenkosten sowie der Zinsverrechnung.
Beispiel: Bei einem Darlehen von 10.000 Euro und einem jährlichen Sollzins von 4 Prozent fallen im ersten Jahr rund 400 Euro Zinsen auf die volle Darlehenssumme an. Durch zusätzliche Kosten und die unterjährige Verrechnung liegt der Effektivzins meist etwas höher als der Sollzins.
Häufige Fragen zum Sollzins
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?
Der Sollzins gibt nur die reinen Zinskosten auf die Darlehenssumme an. Der Effektivzins berücksichtigt zusätzlich weitere Kosten und die Art der Zinsverrechnung und eignet sich deshalb besser für den Vergleich verschiedener Kreditangebote.
Was bedeutet Sollzinsbindung?
Die Sollzinsbindung ist der Zeitraum, für den der vereinbarte Sollzins festgeschrieben ist. Innerhalb dieser Frist bleibt der Zinssatz unverändert, unabhängig von der Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus.
Wird der Sollzins auf die gesamte Kreditsumme berechnet?
Der Sollzins wird stets auf die noch offene Restschuld berechnet. Da diese durch die Tilgung sinkt, verringert sich bei gleichbleibendem Zinssatz auch der absolute Zinsbetrag im Laufe der Zeit.