Die Sanierung bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen, die ein in eine wirtschaftliche Krise geratenes Unternehmen wieder rentabel und zahlungsfähig machen sollen. Ziel ist es, das Unternehmen vor der Insolvenz zu bewahren und seine dauerhafte Überlebens- und Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Die Sanierung setzt sowohl an den Finanzen als auch an der operativen Leistungsfähigkeit des Unternehmens an und erfordert in der Regel ein abgestimmtes Gesamtkonzept.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Sanierung?
Eine Sanierung wird notwendig, wenn ein Unternehmen in eine Unternehmenskrise gerät, die sich von der Strategie- über die Ertrags- bis zur Liquiditätskrise zuspitzen kann. Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung ist in der Regel ein schlüssiges Sanierungskonzept, das die Ursachen der Krise analysiert und konkrete Maßnahmen zur Wiederherstellung der Rentabilität festlegt. Man unterscheidet grundsätzlich finanzwirtschaftliche und leistungswirtschaftliche Maßnahmen, die meist kombiniert werden.
Sanierungsarten und Maßnahmen
Die Sanierungsmaßnahmen lassen sich in zwei große Gruppen einteilen:
- Finanzwirtschaftliche Sanierung: Verbesserung der Kapital- und Liquiditätslage, etwa durch Kapitalerhöhung, Forderungsverzicht der Gläubiger, Stundungen, Umschuldung oder eine Kapitalherabsetzung zur Beseitigung von Verlusten.
- Leistungswirtschaftliche Sanierung: Verbesserung der operativen Ertragskraft, etwa durch Kostensenkung, Abbau unrentabler Geschäftsbereiche, Prozessoptimierung, Personalanpassungen oder die Erschließung neuer Märkte.
Häufig werden beide Ansätze kombiniert, da finanzielle Entlastung allein die Ursachen der Krise meist nicht beseitigt. Eine Sanierung kann außergerichtlich oder im Rahmen eines Insolvenzverfahrens – etwa über einen Insolvenzplan oder eine Eigenverwaltung – erfolgen.
Buchung einer Kapitalherabsetzung zur Sanierung
Eine vereinfachte Kapitalherabsetzung dient dem Ausgleich von Verlusten. Wird das gezeichnete Kapital zum Verlustausgleich herabgesetzt, lautet der Buchungssatz beispielhaft:
- Gezeichnetes Kapital an Verlustvortrag
Bei einem Forderungsverzicht eines Gläubigers entsteht beim Schuldner ein außerordentlicher Ertrag:
- Verbindlichkeiten an außerordentliche Erträge
Dieser sogenannte Sanierungsgewinn kann unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich begünstigt sein, um die Sanierung nicht durch eine zusätzliche Steuerlast zu gefährden.
Ablauf und Phasen einer Sanierung
Eine Sanierung verläuft in der Regel in mehreren aufeinander aufbauenden Phasen. Je früher die Krise erkannt wird, desto größer sind die Erfolgschancen.
- Krisenanalyse: Ermittlung der Ursachen und Bestimmung des Krisenstadiums.
- Sofortmaßnahmen: Sicherung der Liquidität, etwa durch Stundungen oder Überbrückungskredite.
- Sanierungskonzept: Entwicklung eines tragfähigen Maßnahmenplans mit Leitbild und Finanzplanung.
- Umsetzung und Controlling: Realisierung der Maßnahmen und laufende Überwachung des Fortschritts.
Wesentlich für den Erfolg ist die Mitwirkung aller Beteiligten – Gesellschafter, Gläubiger und Belegschaft. Banken machen die Vergabe weiterer Mittel häufig von einem positiven Sanierungsgutachten abhängig, das die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens bestätigt.
Häufige Fragen zur Sanierung
Was ist der Unterschied zwischen Sanierung und Insolvenz?
Die Sanierung zielt darauf ab, ein Unternehmen außerhalb oder innerhalb eines Insolvenzverfahrens zu erhalten. Die Insolvenz ist ein geordnetes gerichtliches Verfahren bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, das auch eine Sanierung (etwa über einen Insolvenzplan) ermöglichen kann.
Was ist ein Sanierungskonzept?
Ein Sanierungskonzept ist ein schriftlicher Plan, der die Krisenursachen analysiert, das Leitbild des sanierten Unternehmens beschreibt und konkrete finanz- und leistungswirtschaftliche Maßnahmen mit Zeit- und Finanzplanung festlegt.
Was versteht man unter einem Sanierungsgewinn?
Ein Sanierungsgewinn entsteht, wenn Gläubiger auf Forderungen verzichten und dadurch beim Unternehmen ein Ertrag entsteht. Unter bestimmten Voraussetzungen ist dieser Gewinn nach den steuerlichen Regelungen zur Sanierung begünstigt.