Passivkonto

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Ein Passivkonto ist ein Bestandskonto, das aus der Passivseite der Bilanz abgeleitet wird und die Herkunft des Kapitals eines Unternehmens abbildet. Auf Passivkonten werden das Eigenkapital und die Schulden, also das Fremdkapital, geführt. Sie bilden das Gegenstück zu den Aktivkonten und sind ein grundlegendes Element der doppelten Buchführung.

Was ist ein Passivkonto?

Zu Beginn eines Geschäftsjahres wird die Passivseite der Bilanz in einzelne Passivkonten aufgelöst. Jeder Bilanzposten der Passivseite, etwa das Eigenkapital, Darlehen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhält ein eigenes Konto. Charakteristisch ist die Kontenführung: Der Anfangsbestand und alle Zugänge stehen im Haben, die Abgänge im Soll. Das Passivkonto verhält sich damit spiegelbildlich zum Aktivkonto, bei dem es genau umgekehrt ist.

Aufbau und Abschluss

Der Saldo eines Passivkontos wird zum Geschäftsjahresende ermittelt und über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen:

  • Habenseite: Anfangsbestand und Mehrungen (Zunahme von Kapital oder Schulden).
  • Sollseite: Minderungen (etwa Tilgung einer Verbindlichkeit).
  • Saldo: Der Endbestand wird auf der Sollseite als Saldo ergänzt, um das Konto auszugleichen, und auf das Schlussbilanzkonto übertragen.
  • Beispiel: Tilgung eines Darlehens von 5.000 € per Bank: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten an Bank 5.000 €. Das Passivkonto Darlehen wird im Soll belastet und nimmt ab.

Abgrenzung zum Aktivkonto

Aktivkonten erfassen die Vermögenswerte, also die Verwendung des Kapitals, und nehmen im Soll zu. Passivkonten zeigen dagegen die Mittelherkunft und nehmen im Haben zu. Diese gegenläufige Logik sorgt dafür, dass jede Buchung mit gleichem Betrag im Soll und im Haben erscheint und Aktiv- und Passivseite der Bilanz stets ausgeglichen sind. Wächst beispielsweise eine Verbindlichkeit, wird das entsprechende Passivkonto im Haben angesprochen, während die Gegenbuchung etwa auf einem Aktivkonto wie der Bank erfolgt.

Eine sichere Beherrschung dieser Logik ist die Grundlage jeder Buchung. Wer weiß, dass Passivkonten im Haben zunehmen und im Soll abnehmen, kann den Buchungssatz für nahezu jeden Geschäftsvorfall zuverlässig ableiten. Kauft ein Unternehmen etwa Waren auf Ziel, erhöht sich die Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen, ein Passivkonto, im Haben, während der Warenbestand als Aktivkonto im Soll wächst. Bezahlt das Unternehmen die Rechnung später per Bank, wird die Verbindlichkeit im Soll vermindert und das Aktivkonto Bank im Haben verringert. So bleibt die Bilanzgleichung zwischen Vermögen und Kapital jederzeit erfüllt.

Häufige Fragen zum Passivkonto

Auf welcher Seite nimmt ein Passivkonto zu?

Ein Passivkonto nimmt auf der Habenseite zu. Der Anfangsbestand sowie alle Mehrungen von Eigenkapital oder Schulden werden im Haben gebucht, Minderungen dagegen im Soll.

Welche Konten sind typische Passivkonten?

Zu den Passivkonten zählen das Eigenkapital, Rückstellungen, Darlehen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Sie alle stehen auf der Passivseite der Bilanz.

Wie wird ein Passivkonto abgeschlossen?

Der Saldo wird auf der Sollseite ergänzt, sodass Soll und Haben ausgeglichen sind, und anschließend auf das Schlussbilanzkonto übertragen. Von dort fließt der Endbestand in die Schlussbilanz ein.

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