Nutzwertanalyse: Methode, Berechnung und Beispiel für Entscheidungen in der BWL

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Die Nutzwertanalyse ist eine Methode zur systematischen Bewertung von Entscheidungsalternativen anhand mehrerer Kriterien. Sie wird eingesetzt, wenn Entscheidungen nicht rein monetär bewertet werden können – z.B. bei Standortentscheidungen, Lieferantenauswahl oder Investitionen.

Ablauf der Nutzwertanalyse in 5 Schritten

Schritt Inhalt
1. Alternativen definieren Welche Optionen stehen zur Auswahl?
2. Kriterien festlegen Nach welchen Gesichtspunkten wird bewertet?
3. Gewichtung festlegen Welche Kriterien sind wie wichtig? (Summe = 100 %)
4. Teilnutzen bewerten Jede Alternative je Kriterium bewerten (z.B. 1–10 Punkte)
5. Gesamtnutzwert berechnen Teilnutzen × Gewicht summieren → Gesamtnutzwert

Berechnungsbeispiel: Standortentscheidung

Ein Unternehmen prüft drei mögliche Standorte (A, B, C) nach vier Kriterien:

Kriterium Gewicht Standort A Standort B Standort C
Mietkosten (niedrig = gut) 30 % 6 8 4
Infrastruktur / Lage 25 % 9 6 8
Verfügbarkeit Fachkräfte 25 % 7 5 9
Fördermöglichkeiten 20 % 5 9 6

Berechnung der Gesamtnutzwerte:

Kriterium Gewicht A × G B × G C × G
Mietkosten 0,30 1,80 2,40 1,20
Infrastruktur 0,25 2,25 1,50 2,00
Fachkräfte 0,25 1,75 1,25 2,25
Fördermögl. 0,20 1,00 1,80 1,20
Gesamtnutzwert 1,00 6,80 6,95 6,65

Ergebnis: Standort B hat den höchsten Gesamtnutzwert (6,95) und wird empfohlen – obwohl Standort C bei Fachkräften besser abschneidet.

Sensitivitätsanalyse

Da Gewichtungen subjektiv sind, empfiehlt sich eine Sensitivitätsanalyse: Wie ändert sich das Ergebnis, wenn z.B. das Gewicht von Mietkosten auf 40 % erhöht wird?

Bei Erhöhung der Mietkosten-Gewichtung (–10 % bei Infrastruktur): Standort B gewinnt noch deutlicher, da er bei Mietkosten am besten abschneidet.

Grenzen der Nutzwertanalyse

  • Subjektivität bei Kriterien, Gewichtung und Bewertung
  • Keine monetäre Grundlage (keine direkte Vergleichbarkeit zur KNA)
  • Scheingenauigkeit durch Zahlenwerte
  • Abhängig von der Vollständigkeit der Kriterien

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Prüfungstipp: In BWL-Klausuren werden häufig Nutzwertanalysen mit vorgegebenen Kriterien und Punkten berechnet. Übe die korrekte Berechnung des gewichteten Gesamtnutzwerts und die Interpretation des Ergebnisses.

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