Maschinenstundensatzrechnung: Berechnung, Formel und Beispiel

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Die Maschinenstundensatzrechnung ist eine Methode der Kostenrechnung zur differenzierten Ermittlung von maschinenabhängigen Gemeinkosten. Statt einen einheitlichen Zuschlagsatz für alle Maschinen zu verwenden, werden für jede Maschine oder Maschinengruppe individuelle Stundensätze berechnet. Dies erhöht die Genauigkeit der Produktkalkulation erheblich.

Wann wird die Maschinenstundensatzrechnung eingesetzt?

Die Methode wird angewendet, wenn Fertigungsgemeinkosten stark von der Maschinennutzung abhängen und verschiedene Maschinen sehr unterschiedliche Kosten verursachen. Sie ist eine Verfeinerung der normalen Zuschlagskalkulation.

Bestandteile des Maschinenstundensatzes

Kostenart Erläuterung
Kalkulatorische Abschreibungen Werteverzehr der Maschine pro Stunde (Anschaffungswert / Nutzungsdauer / Nutzungsstunden p.a.)
Kalkulatorische Zinsen Opportunitätskosten des gebundenen Kapitals (Ø Restwert × Kalkulationszinssatz)
Raumkosten Miete/Anteil Gebäudekosten für den Maschinenstandort
Energiekosten Stromverbrauch der Maschine pro Stunde
Wartung und Instandhaltung Reparaturkosten pro Stunde
Sonstige Maschinenkosten Werkzeugverschleiß, Kühlmittel etc.

Formel Maschinenstundensatz

Maschinenstundensatz = Maschinenkosten pro Jahr / Nutzungsstunden pro Jahr

Vollständige Beispielrechnung

Gegeben: Fräsmaschine mit folgenden Daten:

Parameter Wert
Anschaffungswert 120.000 €
Nutzungsdauer 10 Jahre
Nutzungsstunden p.a. 2.000 Stunden
Kalkulationszinssatz 8 %
Raumkosten p.a. 3.600 €
Energiekosten pro Stunde 2,50 €
Wartungskosten p.a. 4.000 €

Berechnung der jährlichen Maschinenkosten:

Kostenart Berechnung Betrag p.a.
Kalk. Abschreibung 120.000 / 10 Jahre 12.000 €
Kalk. Zinsen Ø Restwert (60.000 €) × 8 % 4.800 €
Raumkosten gegeben 3.600 €
Energiekosten 2,50 € × 2.000 Std. 5.000 €
Wartungskosten gegeben 4.000 €
Maschinenkosten gesamt 29.400 €

Maschinenstundensatz = 29.400 € / 2.000 Std. = 14,70 € je Maschinenstunde

Anwendung in der Kalkulation

Der Maschinenstundensatz wird mit der Fertigungszeit eines Produkts multipliziert, um die Maschinenkosten pro Stück zu ermitteln. Beispiel: Produkt X benötigt 0,5 Maschinenstunden → Maschinenkosten je Stück = 0,5 × 14,70 € = 7,35 €

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Prüfungstipp: Achte bei der Berechnung der kalkulatorischen Zinsen auf den durchschnittlichen Restwert: Er beträgt (Anschaffungswert + Restwert am Ende) / 2. Bei linearer Abschreibung auf null: Ø Restwert = Anschaffungswert / 2.

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