Die Marge bezeichnet die Differenz oder Spanne zwischen dem Verkaufspreis eines Produktes und den dafür anfallenden Kosten beziehungsweise dem Einkaufspreis. Sie ist eine der wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, weil sie zeigt, wie viel ein Unternehmen an einem Produkt oder einer Dienstleistung tatsächlich verdient.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Marge?
Die Marge gibt an, welcher Teil des Verkaufspreises nach Abzug bestimmter Kosten als Überschuss verbleibt. Im einfachsten Fall ist es die Differenz zwischen dem, was ein Händler für eine Ware bezahlt (Einkaufspreis), und dem, was er beim Verkauf erzielt (Verkaufspreis). Diese Spanne dient dazu, weitere Kosten wie Personal, Miete, Lager und Verwaltung zu decken und am Ende einen Gewinn zu erwirtschaften.
Die Marge kann als absoluter Geldbetrag (zum Beispiel 12 Euro pro Stück) oder als Prozentwert ausgedrückt werden. Gerade der prozentuale Wert macht Produkte und Unternehmen vergleichbar, weil er unabhängig von der absoluten Preishöhe ist. Eine hohe Marge bedeutet einen großen Spielraum, eine niedrige Marge erfordert hohe Stückzahlen, um profitabel zu wirtschaften.
Arten der Marge
In der Praxis werden je nach Bezugsgröße verschiedene Margenbegriffe verwendet:
- Handelsspanne: Die Differenz zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis, meist bezogen auf den Verkaufspreis. Sie ist die klassische Kennzahl im Handel.
- Bruttomarge: Der Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der direkten Herstell- oder Wareneinsatzkosten übrig bleibt. Sie zeigt die Rohertragskraft eines Produkts.
- Gewinnmarge (Nettomarge): Der Anteil des Umsatzes, der nach Abzug aller Kosten (inklusive Verwaltung, Vertrieb, Steuern) als Gewinn verbleibt.
- Absolute Marge: Die Marge als Geldbetrag pro Stück oder Auftrag, etwa 15 Euro.
- Prozentuale Marge: Die Marge im Verhältnis zum Verkaufspreis (oder Umsatz), ausgedrückt in Prozent.
Marge berechnen
Die wichtigste Formel für die Handelsspanne bezieht die Marge auf den Verkaufspreis:
Marge in % = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) / Verkaufspreis × 100
Beispiel: Ein Händler kauft eine Ware für 60 Euro ein (Einkaufspreis, netto) und verkauft sie für 100 Euro (Verkaufspreis, netto).
Absolute Marge = 100 € − 60 € = 40 €
Prozentuale Marge = (100 € − 60 €) / 100 € × 100 = 40 %
Wichtig ist die Abgrenzung zum Aufschlag (Kalkulationszuschlag): Dieser bezieht die Differenz auf den Einkaufspreis. Im Beispiel betrüge der Aufschlag (40 € / 60 €) × 100 = rund 66,7 %. Marge und Aufschlag dürfen also nicht verwechselt werden, da sie auf unterschiedliche Bezugsgrößen rechnen.
Für die Gewinnmarge gilt entsprechend: Gewinnmarge in % = Gewinn / Umsatz × 100. Erzielt ein Unternehmen bei 500.000 € Umsatz einen Gewinn von 50.000 €, beträgt die Gewinnmarge 10 %.
Häufige Fragen zur Marge
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Gewinn?
Der Gewinn ist ein absoluter Geldbetrag, der nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Die Marge setzt diesen Überschuss ins Verhältnis zum Verkaufspreis oder Umsatz und wird meist in Prozent angegeben. Die Marge macht damit Produkte und Zeiträume vergleichbar.
Was ist eine gute Marge?
Das hängt stark von der Branche ab. Im Lebensmitteleinzelhandel sind Margen von wenigen Prozent üblich, während im Software- oder Luxusbereich oft 50 % und mehr erreicht werden. Entscheidend ist, dass die Marge alle Kosten deckt und einen angemessenen Gewinn ermöglicht.
Warum ist die Marge wichtiger als der Umsatz?
Ein hoher Umsatz sagt allein nichts über die Profitabilität aus. Werden Waren mit zu geringer oder sogar negativer Marge verkauft, macht das Unternehmen trotz steigender Umsätze Verluste. Die Marge zeigt, ob das Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig ist.