Management by Objectives (MbO), zu Deutsch Führung durch Zielvereinbarung, ist ein Führungskonzept, bei dem Vorgesetzte und Mitarbeiter gemeinsam konkrete Ziele festlegen. Die Mitarbeiter entscheiden anschließend weitgehend selbst, mit welchen Mitteln sie diese Ziele erreichen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Management by Objectives?
Das von Peter Drucker geprägte Konzept verlagert den Fokus der Führung von der Steuerung einzelner Tätigkeiten hin zur Vereinbarung von Ergebnissen. Statt detaillierter Anweisungen erhalten Mitarbeiter klar definierte Ziele und einen entsprechenden Handlungsspielraum. Der Grad der Zielerreichung wird regelmäßig überprüft und dient als Grundlage für Feedback, Weiterentwicklung und häufig auch für die variable Vergütung.
MbO verbindet die Unternehmensziele mit den individuellen Zielen der Mitarbeiter: Aus den übergeordneten Zielen werden Teilziele für Abteilungen und einzelne Beschäftigte abgeleitet.
SMART-Ziele als Grundlage
Damit Zielvereinbarungen wirksam sind, sollten die Ziele nach der SMART-Formel formuliert werden:
- S – spezifisch: das Ziel ist eindeutig und konkret beschrieben.
- M – messbar: die Zielerreichung lässt sich anhand von Kennzahlen überprüfen.
- A – attraktiv (akzeptiert): das Ziel wird vom Mitarbeiter mitgetragen.
- R – realistisch: das Ziel ist mit den vorhandenen Mitteln erreichbar.
- T – terminiert: es gibt einen klaren Zeitrahmen.
Ein Beispiel: „Steigerung des Umsatzes in Region Nord um 8 % bis zum 31. Dezember“ erfüllt alle SMART-Kriterien.
Vor- und Nachteile des Konzepts
Vorteile:
- Höhere Motivation durch Eigenverantwortung und Mitgestaltung.
- Entlastung der Führungskräfte, da nicht jede Tätigkeit gesteuert werden muss.
- Klare Leistungsbewertung anhand messbarer Ergebnisse.
Nachteile:
- Gefahr, dass nur messbare Ziele verfolgt und wichtige, schwer messbare Aufgaben vernachlässigt werden.
- Hoher Abstimmungs- und Dokumentationsaufwand.
- Druck durch zu ehrgeizige Ziele kann demotivierend wirken.
Ablauf des MbO-Prozesses
Management by Objectives folgt einem wiederkehrenden Kreislauf, der sich meist über ein Geschäftsjahr erstreckt:
- Zielvereinbarung: Führungskraft und Mitarbeiter legen gemeinsam die Ziele für den Zeitraum fest.
- Umsetzung: Der Mitarbeiter arbeitet eigenverantwortlich auf die Ziele hin.
- Zwischenkontrolle: In Gesprächen wird der Fortschritt überprüft und bei Bedarf nachgesteuert.
- Bewertung: Am Ende wird der Grad der Zielerreichung beurteilt.
- Feedback und neue Ziele: Auf Basis der Ergebnisse werden Konsequenzen gezogen und die nächsten Ziele vereinbart.
Dieser Kreislauf verknüpft Planung, Umsetzung und Kontrolle und macht das MbO zu einem kontinuierlichen Führungsinstrument statt zu einer einmaligen Zielsetzung.
Damit das Konzept gelingt, kommt es auf eine offene Kommunikation und faire, erreichbare Ziele an. Werden Mitarbeiter frühzeitig eingebunden und mit den nötigen Ressourcen ausgestattet, entfaltet Management by Objectives seine motivierende Wirkung und richtet die individuelle Leistung konsequent an den Unternehmenszielen aus.
Häufige Fragen zu Management by Objectives
Wer legt die Ziele beim MbO fest?
Die Ziele werden gemeinsam von Führungskraft und Mitarbeiter vereinbart. Diese partizipative Festlegung sorgt dafür, dass die Ziele akzeptiert und mitgetragen werden.
Warum sind SMART-Ziele beim MbO wichtig?
SMART-Ziele machen die Zielerreichung überprüfbar und verhindern Missverständnisse. Nur klar und messbar formulierte Ziele lassen sich fair bewerten und als Grundlage für Feedback nutzen.
Worin liegt der größte Nachteil von MbO?
Ein zentraler Nachteil ist die Fixierung auf messbare Ziele. Aufgaben, die sich nicht in Kennzahlen fassen lassen, geraten leicht in den Hintergrund, obwohl sie für das Unternehmen wichtig sein können.