EVA (Economic Value Added)

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EVA (Economic Value Added, deutsch: ökonomischer Mehrwert oder Geschäftswertbeitrag) ist eine Kennzahl des wertorientierten Controllings. Sie misst, ob ein Unternehmen mit seinem eingesetzten Kapital einen Gewinn erzielt, der über die Kosten dieses Kapitals hinausgeht – also ob tatsächlich Wert für die Kapitalgeber geschaffen wird.

Was ist EVA?

Der klassische Gewinn eines Unternehmens berücksichtigt nur die Fremdkapitalzinsen, nicht aber die Kosten für das eingesetzte Eigenkapital. EVA schließt diese Lücke: Erst wenn der operative Gewinn die gesamten Kapitalkosten – Eigen- und Fremdkapital – übersteigt, entsteht ein positiver Wertbeitrag. Ein positiver EVA bedeutet, dass das Unternehmen Wert schafft; ein negativer EVA zeigt, dass Wert vernichtet wird, selbst wenn buchhalterisch ein Gewinn ausgewiesen wird.

EVA wurde von der Beratungsgesellschaft Stern Stewart & Co. geprägt und ist heute ein verbreitetes Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung (Value Based Management).

Berechnung des EVA

Die Grundformel des EVA lautet:

  • EVA = NOPAT − (investiertes Kapital × Kapitalkostensatz)

Dabei bedeuten:

  • NOPAT (Net Operating Profit After Taxes): der operative Gewinn nach Steuern, aber vor Finanzierungskosten.
  • Investiertes Kapital: das im Unternehmen gebundene Gesamtkapital.
  • Kapitalkostensatz: meist die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC).

Rechenbeispiel: Erzielt ein Unternehmen einen NOPAT von 1.200.000 Euro, hat es 8.000.000 Euro investiertes Kapital und einen Kapitalkostensatz von 10 Prozent, so betragen die Kapitalkosten 800.000 Euro. Der EVA ergibt sich zu 1.200.000 − 800.000 = 400.000 Euro. Das Unternehmen schafft also Wert.

Bedeutung und Anwendung

EVA wird genutzt, um die Leistung von Unternehmen, Geschäftsbereichen oder Investitionsprojekten zu beurteilen. Im Gegensatz zu reinen Gewinngrößen bezieht EVA die Kapitalbindung mit ein und macht so transparent, ob sich der Einsatz des Kapitals lohnt. Häufig dient EVA auch als Grundlage für variable Vergütungssysteme des Managements, um Anreize für wertschaffendes Handeln zu setzen.

Ein Vorteil des EVA liegt in seiner Anschaulichkeit: Die Kennzahl wird als absoluter Geldbetrag ausgewiesen und ist damit leicht kommunizierbar. Zugleich lässt sie sich auf einzelne Geschäftsbereiche herunterbrechen, sodass erkennbar wird, welche Sparten Wert schaffen und welche Wert vernichten. Kritisch anzumerken ist allerdings, dass die Ermittlung von NOPAT und investiertem Kapital zahlreiche Anpassungen der handelsrechtlichen Werte erfordert und der Kapitalkostensatz auf Annahmen beruht. EVA ist zudem eine vergangenheits- bzw. periodenbezogene Größe und sollte daher um zukunftsorientierte Betrachtungen ergänzt werden, um Fehlanreize zu vermeiden.

Häufige Fragen zu EVA

Was sagt ein positiver EVA aus?

Ein positiver EVA bedeutet, dass der operative Gewinn nach Steuern die gesamten Kapitalkosten übersteigt. Das Unternehmen erwirtschaftet mehr, als das eingesetzte Kapital kostet, und schafft damit zusätzlichen Wert für die Kapitalgeber.

Worin unterscheidet sich EVA vom klassischen Gewinn?

Der klassische Gewinn berücksichtigt nur Fremdkapitalzinsen. EVA bezieht zusätzlich die Kosten des Eigenkapitals ein. Dadurch kann ein buchhalterisch profitables Unternehmen einen negativen EVA aufweisen, wenn es seine Kapitalkosten nicht verdient.

Was bedeutet NOPAT in der EVA-Formel?

NOPAT steht für den operativen Gewinn nach Steuern, jedoch vor Abzug von Finanzierungskosten. Er stellt den Ertrag dar, der allen Kapitalgebern – Eigen- und Fremdkapitalgebern – zur Verfügung steht und bildet die Ausgangsgröße der EVA-Berechnung.

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