Ein Entscheidungssystem ist ein strukturiertes System aus Daten, Regeln, Modellen und Verfahren, das betriebliche Entscheidungen vorbereitet, unterstützt oder teilweise automatisiert. Es verknüpft Informationen mit Entscheidungsregeln, um aus einer Vielzahl von Handlungsmöglichkeiten die zielführendste auszuwählen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Entscheidungssystem?
In Unternehmen müssen laufend Entscheidungen getroffen werden – von der Produktionsplanung über die Preisgestaltung bis zur Kreditvergabe. Ein Entscheidungssystem bündelt die hierfür nötigen Bausteine: Eingangsdaten über die Ausgangslage, Entscheidungsregeln oder Modelle zur Bewertung der Alternativen und Zielvorgaben, an denen die Auswahl gemessen wird. Ziel ist es, Entscheidungen nachvollziehbar, konsistent und an den Unternehmenszielen ausgerichtet zu treffen.
Ein Entscheidungssystem kann rein organisatorisch (Regeln und Zuständigkeiten) oder IT-gestützt (Software, Algorithmen) ausgeprägt sein. In der Praxis sind beide Formen oft miteinander verzahnt.
Bestandteile und Funktion
Ein typisches Entscheidungssystem setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
- Datenbasis: relevante Informationen über die Entscheidungssituation.
- Entscheidungsmodell: Methoden und Regeln zur Bewertung der Alternativen.
- Zielsystem: Kriterien, an denen die Alternativen gemessen werden.
- Auswertung: Ergebnis als Entscheidungsvorschlag oder automatische Entscheidung.
Im betriebswirtschaftlichen Kontext unterscheidet man entscheidungsunterstützende Systeme (Decision Support Systems), die dem Menschen Vorschläge liefern, von Systemen, die Routineentscheidungen selbstständig ausführen, etwa eine automatisierte Bonitätsprüfung.
Abgrenzung und Anwendung
Ein Entscheidungssystem ist Teil des betrieblichen Informationssystems, geht aber über die reine Datenbereitstellung hinaus, da es Daten aktiv mit Entscheidungslogik verknüpft. Es ist abzugrenzen vom reinen Berichtssystem, das lediglich Informationen darstellt, ohne Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Anwendungsfelder finden sich im Controlling, in der Logistik, im Finanzwesen und im Vertrieb – überall dort, wo komplexe oder häufig wiederkehrende Entscheidungen systematisch und nachvollziehbar getroffen werden müssen.
Je nach Strukturiertheit der Aufgabe unterscheidet man verschiedene Ausprägungen. Bei gut strukturierten Routineentscheidungen, etwa der automatischen Disposition von Lagerbeständen, kann das System eigenständig handeln. Bei schlecht strukturierten, einmaligen Entscheidungen auf der Führungsebene liefert es dagegen nur Entscheidungsgrundlagen, während die eigentliche Wahl beim Menschen verbleibt. Moderne Entscheidungssysteme greifen zunehmend auf große Datenbestände und Verfahren der Datenanalyse zurück, um Prognosen und Handlungsempfehlungen zu verbessern. Voraussetzung für ihren Nutzen ist stets eine verlässliche Datenbasis, denn fehlerhafte Eingangsdaten führen zwangsläufig zu fehlerhaften Entscheidungen.
Häufige Fragen zum Entscheidungssystem
Welche Aufgabe hat ein Entscheidungssystem?
Ein Entscheidungssystem bereitet Entscheidungen vor, indem es Daten, Regeln und Ziele zusammenführt und daraus Handlungsempfehlungen ableitet oder Routineentscheidungen automatisiert. So werden Entscheidungen konsistenter und an den Unternehmenszielen ausgerichtet.
Worin unterscheidet sich ein Entscheidungssystem von einem Berichtssystem?
Ein Berichtssystem stellt Informationen lediglich dar. Ein Entscheidungssystem verknüpft diese Informationen aktiv mit Entscheidungslogik und liefert konkrete Vorschläge oder trifft Entscheidungen selbst.
Wo werden Entscheidungssysteme eingesetzt?
Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo komplexe oder wiederkehrende Entscheidungen anfallen – etwa im Controlling, in der Produktionsplanung, in der Kreditvergabe oder in der Logistik. Sie reichen von einfachen Regelsystemen bis zu komplexen IT-gestützten Modellen.