Die Plankostenrechnung ist ein zentrales Instrument des Controllings zur Kostenkontrolle und -steuerung. Im Gegensatz zur Istkostenrechnung, die nur vergangene Kosten erfasst, legt die Plankostenrechnung im Voraus fest, welche Kosten entstehen dürfen. Damit ist sie die Grundlage für die Abweichungsanalyse.
Inhaltsverzeichnis
Überblick: Kostenrechnungssysteme
| System | Kostenbewertung | Zeitbezug | Eignung |
|---|---|---|---|
| Istkostenrechnung | Tatsächliche Kosten | Vergangenheit | Nachkalkulation |
| Normalkostenrechnung | Durchschnittliche Vergangenheitswerte | Vergangenheit (geglättet) | Glättung von Schwankungen |
| Starre Plankostenrechnung | Geplante Kosten (fix für eine Beschäftigung) | Zukunft | Einfache Kostenkontrolle |
| Flexible Plankostenrechnung | Geplante Kosten (beschäftigungsabhängig) | Zukunft | Differenzierte Kostenkontrolle |
Starre Plankostenrechnung
Bei der starren Plankostenrechnung werden die Plankosten für eine bestimmte Planbeschäftigung festgelegt. Bei Abweichungen der Istbeschäftigung von der Planbeschäftigung entsteht eine Gesamtabweichung, die jedoch nicht weiter aufgespalten werden kann.
Verrechnete Plankosten = Plankosten (für Planbeschäftigung)
Gesamtabweichung = Istkosten – Plankosten (starr)
Flexible Plankostenrechnung
Die flexible Plankostenrechnung passt die Plankosten an die tatsächliche Beschäftigung an. Dafür werden die Kosten in fixe und variable Bestandteile aufgeteilt. Die Sollkosten ergeben sich als:
Sollkosten = Fixe Plankosten + (variable Plankosten je Einheit × Istbeschäftigung)
Beispielrechnung
Eine Kostenstelle hat folgende Plandaten:
| Position | Wert |
|---|---|
| Planbeschäftigung | 1.000 Stück |
| Fixe Plankosten | 20.000 € |
| Variable Plankosten gesamt | 30.000 € (= 30 € je Stück) |
| Plankosten gesamt | 50.000 € |
| Istbeschäftigung | 800 Stück |
| Istkosten | 47.000 € |
Sollkosten = 20.000 + (30 × 800) = 20.000 + 24.000 = 44.000 €
Verrechnete Plankosten = 50.000 / 1.000 × 800 = 40.000 €
Verbrauchsabweichung = 47.000 – 44.000 = 3.000 € (ungünstig)
Beschäftigungsabweichung = 44.000 – 40.000 = 4.000 € (ungünstig)
Gesamtabweichung = 47.000 – 40.000 = 7.000 € (ungünstig)
Verwandte Themen
- Abweichungsanalyse – baut direkt auf der Plankostenrechnung auf
- Kostenarten – fixe und variable Kosten als Grundlage
- Vollkostenrechnung vs. Teilkostenrechnung – ordnet die Plankostenrechnung ein
- Budgetierung – setzt die Plankosten in den Budgetierungsprozess ein
Prüfungstipp: In Klausuren wird häufig die Aufspaltung der Gesamtabweichung in Verbrauchs- und Beschäftigungsabweichung abgefragt. Merke: Die Verbrauchsabweichung zeigt den Mehrverbrauch, die Beschäftigungsabweichung zeigt die Über- oder Unterdeckung der Fixkosten.