Break-Even-Analyse: Gewinnschwelle berechnen und verstehen

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Die Break-Even-Analyse (Gewinnschwellenanalyse) ist ein fundamentales Werkzeug der Betriebswirtschaftslehre, das in der Kostenrechnung, im Controlling und in der Unternehmensplanung eingesetzt wird. Sie beantwortet die zentrale Frage: Ab welcher Absatzmenge erzielt ein Unternehmen Gewinn? Der Break-Even-Point (BEP) ist genau der Punkt, an dem die Gesamterlöse die Gesamtkosten decken – der Gewinn also null beträgt. Für Studenten ist die Break-Even-Analyse ein häufiges Klausurthema, weil sie sowohl rechnerische als auch interpretatorische Fähigkeiten verlangt.

Die Grundidee basiert auf der Unterscheidung von fixen und variablen Kosten. Fixkosten fallen unabhängig von der Produktionsmenge an (z. B. Miete, Gehälter), variable Kosten steigen proportional mit der Ausbringungsmenge (z. B. Material, Energie). Der Break-Even-Point liegt dort, wo der kumulierte Deckungsbeitrag die Fixkosten vollständig abdeckt.

Übersicht: Formeln und Berechnungen der Break-Even-Analyse

Berechnung Formel Bedeutung
Deckungsbeitrag je Stück db = p − kv Preis minus variable Stückkosten
Break-Even-Menge xBEP = Kf / db Mindestabsatzmenge für Gewinn = 0
Break-Even-Umsatz UBEP = Kf / (db / p) Mindestumsatz für Gewinn = 0
Sicherheitsspanne (Ist-Menge − BEP-Menge) / Ist-Menge × 100 Wie weit ist man vom BEP entfernt?
Gewinn bei Menge x G = x × db − Kf Gewinn bei gegebener Absatzmenge
Zielgewinn-Menge x = (Kf + Zielgewinn) / db Menge für einen gewünschten Gewinn

Beispielrechnung: Ein Unternehmen hat Fixkosten von 60.000 € pro Monat. Das Produkt wird für 25 € verkauft, die variablen Stückkosten betragen 10 €. Der Deckungsbeitrag pro Stück beträgt 15 €. Die Break-Even-Menge ist: 60.000 € / 15 € = 4.000 Stück. Ab dem 4.001. verkauften Stück wird Gewinn erzielt. Die Sicherheitsspanne bei einem tatsächlichen Absatz von 5.000 Stück beträgt: (5.000 − 4.000) / 5.000 × 100 = 20 %.

Prüfungstipp: Zeichne immer ein Break-Even-Diagramm mit Gesamtkosten- und Erlöskurve, auch wenn es nicht explizit verlangt wird – es hilft dir beim Verständnis und bringt oft Zusatzpunkte. Achte auf Erweiterungen wie die Mehrprodukt-Break-Even-Analyse, bei der du den gewichteten durchschnittlichen Deckungsbeitrag verwenden musst.

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