Die lineare Abschreibung geht bei den abzuschreibenden Wirtschaftsgütern von jährlich gleichmäßig verlaufenden Minderungen des Wertes aus. Die lineare Abschreibung ist die Abschreibungsmethode, die in den Unternehmen am häufigsten genutzt wird. Sie ist durch das Handelsgesetzbuch, das HGB, eingehend definiert. Dabei wird vorgeschrieben, dass als Grundlage für die Abschreibungen die Herstellungskosten oder die Anschaffungskosten der betreffenden Wirtschaftsgüter gelten. Wegen der gleichen Jahresbeträge, die jeweils abzuschreiben sind, wird von linear, also gleichmäßig fortlaufend, gesprochen. Diese Abschreibungsmethode ist auch besonders einfach für die Buchführung des Unternehmens, da keine besonderen Einzelberechnungen vorgenommen werden müssen.

Lineare Abschreibung und interne kalkulative Abschreibung

Die lineare Abschreibung stellt sich als eine einfache und eine sehr überschaubare Abschreibungsmethode dar. Sie verteilt die Wertminderung von bestimmten Wirtschaftsgütern der unterschiedlichsten Beschaffenheit gleichmäßig über die folgenden Jahre. Zugrunde liegen der linearen Abschreibung die amtlichen Tabellen, die AfA-Tabellen (Absetzung für Abnutzung). Unternehmen können also nicht selbst entscheiden wie lange die Nutzungsdauer einer Guts ist sondern müssen auf die vorgeschriebenen Werte der Afa Listen zurückgreifen.

Diese lineare Abschreibung macht die Abschreibungen langzeitig gut überschaubar. Intern im Unternehmen wird dieser Art der Abschreibung aber oft noch die eigene kalkulative Abschreibung gegenübergestellt, die nicht vom Anschaffungswert, sondern vom Wiederbeschaffungswert der Wirtschaftsgüter ausgeht. Diese Abschreibungen finden keinen Eingang in die Bilanz. Die Ergebnisse von kalkulativer und linearer Abschreibung können stark voneinander abweichen, wenn die Kosten für eine Wiederbeschaffung beispielsweise inzwischen stark erhöht haben.
Im ersten Jahr, dem Anschaffungsjahr eines bestimmten Wirtschaftsgutes kann die Abschreibung nur anteilig nach der Zeit ab der Anschaffung verbucht werden.

Anwendung der linearen Abschreibung im Unternehmen

Die lineare Abschreibung kann für die unterschiedlichsten Arten von Wirtschaftsgütern im Unternehmen angewandt werden. So können auf diese Weise die Maschinen in der Produktion, sowie Betriebseinrichtungen ebenso abgeschrieben werden wie die Wagen des Fuhrparks. Auch nicht materielle Güter, wie zum Beispiel die verschiedenen Software-Versionen für die Computer werden nach der linearen Abschreibung abgeschrieben. Bei Gebäuden wird eine längere Nutzungsdauer, in der Regel von rund 50 Jahren, angesetzt.
Zum Ende des Geschäftsjahres wird bei linearer Abschreibung die Buchung auf das jeweilige Konto für die Wirtschaftsgüter mit dem dazugehörigen Buchungssatz gebucht. Da es sich um gleich bleibende Beträge bei den jeweils gleichen Wirtschaftsgütern handelt, wird der Buchungssatz jährlich wiederholt.

Gekaufte Güter werden über die Anschaffungskosten abgeschrieben,
selbst produzierte Güter über die Herstellkosten.

 

Formeln

Formel Abschreibungssatz

Formel: Abschreibungssatz in Prozent - lineare Abschreibung

Formel Abschreibungsbetrag

Formel: Abschreibungsbetrag - lineare Abschreibung

 

Beispiel für eine lineare Abschreibung

Ein Unternehmen kauft eine Maschine für 100.000,- Euro. Die Nutzungsdauer laut Afa-Tabelle beträgt 10 Jahre.
Der Abschreibungsbetrag beträgt 10.000,- Euro (100.000 / 10 = 10.000).

Abschreibungstabelle

 

Jahr Abschreibungsbetrag Restwert
0 0 100.000
1 10.000 90.000
2 10.000 80.000
3 10.000 70.000
4 10.000 60.000
5 10.000 50.000
6 10.000 40.000
7 10.000 30.000
8 10.000 20.000
9 10.000 10.000
10 10.000 0

 

Die degressive Abschreibung basiert auf der linearen Abschreibung.