Die Kapitalflussrechnung (auch Cash-Flow-Statement oder Cash-Flow-Rechnung) ist neben Bilanz und GuV ein Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses für kapitalmarktorientierte Unternehmen. Sie zeigt, woher das Geld kommt und wofür es verwendet wird – und ergänzt damit den Cash Flow um eine strukturierte Aufgliederung.
Inhaltsverzeichnis
Struktur der Kapitalflussrechnung
| Bereich | Inhalt | Typisches Vorzeichen gesundes Unternehmen |
|---|---|---|
| Operativer Bereich | Zahlungsströme aus dem laufenden Geschäft | Positiv (+) |
| Investitionsbereich | Investitionen in AV, Desinvestitionen | Negativ (–) |
| Finanzierungsbereich | Kapitalaufnahme, Tilgungen, Dividenden | Variabel |
| = Veränderung Finanzmittelfonds | Summe aller Bereiche | Ausgangspunkt für nächste Periode |
Beispiel einer vereinfachten Kapitalflussrechnung
| Position | Betrag |
|---|---|
| I. Operativer Bereich | |
| Jahresüberschuss | 200.000 € |
| + Abschreibungen | 50.000 € |
| – Zunahme Forderungen | –30.000 € |
| + Zunahme Verbindlichkeiten | 15.000 € |
| = CF aus operativer Tätigkeit | 235.000 € |
| II. Investitionsbereich | |
| Auszahlungen für neue Maschinen | –120.000 € |
| Einzahlungen aus Anlagenverkauf | 20.000 € |
| = CF aus Investitionstätigkeit | –100.000 € |
| III. Finanzierungsbereich | |
| Aufnahme Bankdarlehen | 50.000 € |
| Dividendenzahlung | –40.000 € |
| = CF aus Finanzierungstätigkeit | 10.000 € |
| Veränderung Finanzmittelfonds | 145.000 € |
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Prüfungstipp: Kenne die drei Bereiche der Kapitalflussrechnung: operativ, investiv, finanzierend. Für ein gesundes Unternehmen gilt: operativer CF positiv, Investitions-CF negativ (Wachstum), Finanzierungs-CF variabel.