Variabel verzinsliche Anleihen (Floater) einfach erklärt

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Variabel verzinsliche Anleihen, auch Floating Rate Notes oder kurz Floater genannt, sind Schuldverschreibungen, deren Zinssatz nicht fest, sondern in regelmäßigen Abständen an einen Referenzzinssatz angepasst wird. Anders als bei festverzinslichen Anleihen ändert sich die Höhe der Zinszahlung während der Laufzeit, sodass sie stets dem aktuellen Marktzinsniveau folgt.

Was sind variabel verzinsliche Anleihen?

Bei einem Floater setzt sich der Kupon aus zwei Bestandteilen zusammen: einem Referenzzinssatz und einem festen Aufschlag (Spread). Als Referenz dienten früher Geldmarktsätze wie der EURIBOR; heute werden zunehmend alternative Referenzzinssätze verwendet. Der Aufschlag bleibt über die gesamte Laufzeit konstant und spiegelt das Bonitätsrisiko des Emittenten wider. In festgelegten Abständen – etwa alle drei oder sechs Monate – wird der Zinssatz neu festgesetzt.

Beispiel: Beträgt der Referenzzinssatz 3,0 % und der vereinbarte Aufschlag 0,5 %, so ergibt sich ein aktueller Kupon von 3,5 %. Steigt der Referenzzinssatz zur nächsten Anpassung auf 3,4 %, erhöht sich der Kupon auf 3,9 %.

Funktionsweise und Abgrenzung

Der wesentliche Unterschied zu klassischen Anleihen liegt im Kursverhalten:

  • Festverzinsliche Anleihe: fester Kupon, dafür schwankt der Kurs deutlich bei Marktzinsänderungen.
  • Floater: der Kupon passt sich an, weshalb der Kurs nahe am Nennwert bleibt und nur gering schwankt.

Weil sich die Zinszahlung laufend an den Markt angleicht, ist das Kursrisiko bei Floatern gering. Sie eignen sich daher besonders für Anleger, die in Phasen steigender Zinsen investiert bleiben möchten, ohne große Kursverluste zu riskieren.

Vorteile und Risiken

  • Vorteil: Schutz vor steigenden Zinsen, da die Erträge mitwachsen.
  • Vorteil: geringe Kursschwankungen und damit hohe Wertstabilität.
  • Risiko: sinkende Zinsen führen zu fallenden Erträgen.
  • Risiko: wie bei jeder Anleihe besteht ein Bonitäts- bzw. Ausfallrisiko des Emittenten.
  • Risiko: der laufende Ertrag ist zum Kaufzeitpunkt nicht für die gesamte Laufzeit planbar.

Floater werden vor allem von Banken, Unternehmen und öffentlichen Emittenten begeben. Für institutionelle Investoren sind sie ein wichtiges Instrument zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos.

Steuerlich und bilanziell werden die laufenden Zinserträge eines Floaters als Einkünfte aus Kapitalvermögen behandelt und unterliegen der Abgeltungsteuer. Für Unternehmen sind variabel verzinsliche Anleihen ein flexibles Finanzierungsinstrument, weil sich die Zinslast automatisch an das Marktumfeld anpasst. Manche Floater enthalten zusätzlich einen Mindestzins (Floor) oder einen Höchstzins (Cap), die den Kupon nach unten oder oben begrenzen und so für beide Seiten die Planbarkeit erhöhen.

Häufige Fragen zu variabel verzinslichen Anleihen

Wie wird der Zinssatz eines Floaters berechnet?

Der Kupon ergibt sich aus einem Referenzzinssatz zuzüglich eines festen Aufschlags. Der Referenzzins wird zu jedem Anpassungstermin neu bestimmt, der Aufschlag bleibt konstant. So folgt die Verzinsung stets dem aktuellen Marktniveau.

Warum schwankt der Kurs von Floatern kaum?

Da sich der Kupon regelmäßig an die Marktzinsen anpasst, bleibt die Anleihe für Anleger attraktiv verzinst. Es entsteht kaum ein Anreiz für Kursauf- oder -abschläge, weshalb der Kurs nahe dem Nennwert bleibt.

Für wen eignen sich variabel verzinsliche Anleihen?

Floater sind interessant für Anleger, die mit steigenden Zinsen rechnen oder ihr Kursrisiko begrenzen wollen. In Phasen fallender Zinsen sind dagegen festverzinsliche Anleihen häufig vorteilhafter, weil deren hoher Kupon erhalten bleibt.

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