Termingeschäft

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Ein Termingeschäft ist ein Vertrag, bei dem der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und der Zeitpunkt der Erfüllung bewusst auseinanderfallen. Konditionen wie Preis, Menge und Liefertermin werden bereits heute verbindlich festgelegt, die tatsächliche Lieferung und Bezahlung erfolgen jedoch erst zu einem späteren, im Vertrag bestimmten Zeitpunkt. Termingeschäfte sind ein zentrales Instrument an Finanz-, Devisen- und Rohstoffmärkten und dienen sowohl der Risikoabsicherung als auch der gezielten Spekulation.

Was ist ein Termingeschäft?

Der Gegensatz zum Termingeschäft ist das Kassageschäft (Lokogeschäft), bei dem Abschluss und Erfüllung praktisch sofort zusammenfallen, üblicherweise innerhalb von zwei Bankarbeitstagen. Beim Termingeschäft liegt zwischen beiden Zeitpunkten dagegen eine längere Frist. Dadurch lassen sich künftige Preise absichern oder gezielt auf Preisentwicklungen spekulieren. Termingeschäfte zählen zu den derivativen Finanzinstrumenten, weil ihr Wert vom Kurs eines zugrunde liegenden Basiswerts abgeleitet wird.

Arten von Termingeschäften

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Grundformen:

  • Unbedingte Termingeschäfte: Beide Parteien sind zur Erfüllung verpflichtet. Dazu zählen Futures (börsengehandelt, standardisiert) und Forwards (außerbörslich, individuell vereinbart).
  • Bedingte Termingeschäfte: Eine Partei erwirbt das Recht, aber nicht die Pflicht zur Erfüllung. Typisches Beispiel sind Optionen, bei denen der Käufer gegen Zahlung einer Prämie ein Wahlrecht erhält.

Nach dem Zweck lassen sich Absicherungsgeschäfte (Hedging), Spekulation und Arbitrage unterscheiden. Beim Hedging will der Marktteilnehmer ein bestehendes Risiko begrenzen, etwa das Risiko schwankender Wechselkurse oder Rohstoffpreise. Bei der Spekulation setzt er dagegen bewusst auf eine erwartete Kursentwicklung, um Gewinne zu erzielen, und nimmt das Verlustrisiko in Kauf. Die Arbitrage nutzt schließlich Preisunterschiede zwischen verschiedenen Märkten aus. Als Basiswerte kommen unter anderem Aktien, Indizes, Devisen, Zinssätze und Rohstoffe in Betracht.

Funktion und Beispiel

Termingeschäfte erfüllen vor allem eine Absicherungsfunktion. Ein Unternehmen, das in drei Monaten eine Zahlung in US-Dollar leisten muss, kann den Wechselkurs heute per Devisentermingeschäft fixieren und so das Risiko steigender Kurse ausschalten.

  • Beispiel: Ein Importeur vereinbart, in drei Monaten 100.000 US-Dollar zum heute festgelegten Terminkurs zu kaufen.
  • Steigt der Dollar bis dahin, hat er einen Vorteil; fällt er, zahlt er mehr als am Kassamarkt.
  • Entscheidend ist: Die Planungssicherheit war von Beginn an gegeben.

Häufige Fragen zu Termingeschäften

Was ist der Unterschied zwischen Termin- und Kassageschäft?

Beim Kassageschäft fallen Abschluss und Erfüllung praktisch sofort zusammen. Beim Termingeschäft liegen beide Zeitpunkte bewusst auseinander, wobei die Konditionen schon bei Vertragsschluss feststehen.

Welche Risiken bestehen bei Termingeschäften?

Da der Preis fixiert ist, profitiert man nicht von günstigen Kursbewegungen in die andere Richtung. Bei spekulativen Geschäften und Hebelwirkung können zudem hohe Verluste entstehen, die den Einsatz übersteigen.

Wer darf Termingeschäfte abschließen?

Wegen der besonderen Risiken setzen Banken die sogenannte Termingeschäftsfähigkeit voraus. Privatkunden müssen über die Risiken aufgeklärt werden, bevor sie entsprechende Geschäfte tätigen dürfen.

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