Rohstoffe sind unbearbeitete oder nur wenig bearbeitete Ausgangsstoffe, die als wesentlicher Bestandteil in ein Erzeugnis eingehen und im Produktionsprozess verarbeitet werden. Sie zählen im Rechnungswesen zu den Werkstoffen und bilden einen zentralen Teil der Materialwirtschaft eines Unternehmens.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Rohstoffe?
Rohstoffe gehen unmittelbar und als Hauptbestandteil in das fertige Produkt ein. Bei der Herstellung eines Holztischs ist beispielsweise das Holz der Rohstoff, weil es den wesentlichen Substanzteil des Endprodukts bildet. Rohstoffe werden gemeinsam mit Hilfs- und Betriebsstoffen unter dem Oberbegriff der Werkstoffe zusammengefasst.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sind Rohstoffe ein bedeutender Kostenfaktor, da sie häufig einen großen Anteil an den gesamten Herstellungskosten ausmachen. Im weiteren volkswirtschaftlichen Sinn versteht man unter Rohstoffen auch natürliche Ressourcen wie Erdöl, Metalle oder Agrarprodukte, die an Rohstoffbörsen gehandelt werden. Volkswirtschaftlich teilt man Rohstoffe häufig in nachwachsende Rohstoffe (etwa Holz, Baumwolle oder Getreide) und nicht nachwachsende Rohstoffe (etwa Erdöl, Kohle oder Erze) ein. Da Rohstoffpreise stark schwanken können, hat die Beschaffung erheblichen Einfluss auf die Kalkulation und die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.
Abgrenzung zu Hilfs- und Betriebsstoffen
Im Rechnungswesen werden Werkstoffe nach ihrer Funktion unterschieden:
- Rohstoffe: Bilden den Hauptbestandteil des Produkts, z. B. Holz beim Möbel, Stahl beim Auto.
- Hilfsstoffe: Gehen ebenfalls in das Produkt ein, sind aber nur Nebenbestandteile, z. B. Schrauben, Leim oder Lack.
- Betriebsstoffe: Werden im Produktionsprozess verbraucht, ohne in das Produkt einzugehen, z. B. Strom, Schmieröl oder Reinigungsmittel.
Diese Unterscheidung ist wichtig für die Kostenrechnung, da Rohstoffe und Hilfsstoffe meist als Einzel- oder Sondereinzelkosten, Betriebsstoffe dagegen häufig als Gemeinkosten verrechnet werden.
Erfassung im Rechnungswesen
Rohstoffe werden im Vorratsvermögen der Bilanz unter den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ausgewiesen und gehören zum Umlaufvermögen. Der Einkauf und Verbrauch wird buchhalterisch erfasst. Beispiel für den Einkauf von Rohstoffen für 10.000 Euro netto zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer:
- Einkauf: Rohstoffe 10.000 und Vorsteuer 1.900 an Verbindlichkeiten 11.900
- Verbrauch in der Produktion: Aufwendungen für Rohstoffe an Rohstoffe
Am Bilanzstichtag werden die vorhandenen Rohstoffbestände durch eine Inventur erfasst und nach dem Niederstwertprinzip bewertet. Für die Bewertung gleichartiger Rohstoffe sind Verbrauchsfolgeverfahren wie das Fifo-Verfahren (first in, first out) zulässig, bei dem unterstellt wird, dass die zuerst eingekauften Rohstoffe auch zuerst verbraucht werden. Ein steigender oder fallender Rohstoffbestand wirkt sich über den Materialaufwand unmittelbar auf den Gewinn aus, weshalb eine sorgfältige Bestandsführung für die korrekte Erfolgsermittlung unverzichtbar ist.
Häufige Fragen zu Rohstoffen
Was ist der Unterschied zwischen Rohstoffen und Hilfsstoffen?
Rohstoffe bilden den Hauptbestandteil eines Produkts, Hilfsstoffe gehen nur als Nebenbestandteil ein. Holz ist ein Rohstoff, der Leim zum Verbinden ein Hilfsstoff.
Wo werden Rohstoffe in der Bilanz ausgewiesen?
Rohstoffe gehören zum Umlaufvermögen und werden unter dem Vorratsvermögen als Teil der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesen.
Wie werden Rohstoffe bewertet?
Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Am Stichtag ist der niedrigere von Anschaffungs- und Marktwert anzusetzen.