Margin-Call: Definition, Ablauf und Beispiel erklärt

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Ein Margin-Call ist die Aufforderung eines Brokers oder einer Bank an einen Anleger, zusätzliche Sicherheiten (Margin) auf sein Handelskonto einzuzahlen. Er tritt ein, wenn die hinterlegte Sicherheitsleistung durch Kursverluste unter ein vereinbartes Mindestniveau fällt. Der Margin-Call ist vor allem beim Handel mit Hebelprodukten und auf Kredit (Margin-Handel) von Bedeutung.

Der Margin-Call ist vielen Anlegern aus Phasen heftiger Kursturbulenzen ein Begriff, weil er dann gehäuft auftritt. Wer mit geliehenem Geld oder hohen Hebeln handelt, kann schon bei vergleichsweise kleinen Marktbewegungen zur Nachzahlung gezwungen werden. Das macht den Margin-Call zu einem der wichtigsten Risikobegriffe im gehebelten Handel und unterstreicht, wie eng Chance und Risiko bei diesen Geschäften beieinanderliegen.

Was ist ein Margin-Call?

Beim Handel mit Hebel hinterlegt der Anleger nur einen Bruchteil des Positionswerts als Sicherheit, die sogenannte Margin. Bewegt sich der Markt gegen die Position, schmilzt das Guthaben ab. Unterschreitet es die geforderte Mindestsicherheit (Maintenance Margin), löst der Broker einen Margin-Call aus. Der Anleger muss dann Geld nachschießen oder Positionen schließen, um die Sicherheit wiederherzustellen. Der Margin-Call dient damit als Schutzmechanismus, der den Kreditgeber vor Verlusten bewahren soll.

Ablauf eines Margin-Calls

Der Vorgang läuft typischerweise in mehreren Schritten ab:

  • Position eröffnen: Der Anleger hinterlegt die Einschussmarge (Initial Margin).
  • Kursverlust: Der Markt entwickelt sich gegen die Position, das Guthaben sinkt.
  • Margin-Call: Bei Unterschreiten der Mindestmarge fordert der Broker Nachschuss.
  • Reaktion: Der Anleger zahlt nach oder der Broker liquidiert (schließt) Positionen zwangsweise.

Beispiel und Risiken

Ein vereinfachtes Beispiel verdeutlicht den Mechanismus:

  • Ein Anleger eröffnet eine Position über 10.000 Euro und hinterlegt 1.000 Euro Margin (Hebel 10).
  • Die Mindestmarge liegt bei 500 Euro.
  • Verliert die Position 600 Euro an Wert, sinkt das Guthaben auf 400 Euro – der Margin-Call wird ausgelöst.

Reagiert der Anleger nicht rechtzeitig, kann der Broker die Position automatisch glattstellen. Das Risiko: Verluste können die ursprüngliche Einlage übersteigen. Eine sorgfältige Risikosteuerung und ausreichende Liquiditätsreserven sind daher beim gehebelten Handel unerlässlich. Seit Regulierungen wie der ESMA-Vorgaben besteht für viele Privatanleger zudem ein Schutz vor Nachschusspflichten über das Kontoguthaben hinaus.

Eng mit dem Margin-Call verbunden sind die verschiedenen Margin-Begriffe, die jeder Anleger im Hebelhandel kennen sollte:

  • Initial Margin: die anfängliche Sicherheitsleistung beim Eröffnen einer Position.
  • Maintenance Margin: die Mindestsicherheit, die während der Laufzeit gehalten werden muss.
  • Variation Margin: der Betrag, der zum Ausgleich von Kursverlusten nachzuschießen ist.

Solange das Konto über der Maintenance Margin bleibt, besteht kein Handlungsbedarf. Erst beim Unterschreiten greift der Margin-Call. Viele Handelsplattformen zeigen das verfügbare Sicherheitspolster in Echtzeit an, sodass Anleger frühzeitig reagieren und eine Zwangsliquidation vermeiden können.

Häufige Fragen zum Margin-Call

Was passiert, wenn ich einen Margin-Call ignoriere?

Der Broker ist berechtigt, offene Positionen zwangsweise zu schließen (Liquidation), um die Sicherheit wiederherzustellen. Dabei können erhebliche Verluste realisiert werden.

Wie kann man einen Margin-Call vermeiden?

Durch geringeren Hebel, ausreichende Sicherheitsreserven auf dem Konto und den Einsatz von Stop-Loss-Orders lässt sich das Risiko deutlich senken.

Bei welchen Geschäften tritt ein Margin-Call auf?

Vor allem beim Handel mit Hebelprodukten wie Futures, CFDs oder beim Wertpapierkauf auf Kredit, bei denen nur eine Teilsicherheit hinterlegt wird.

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