Der Leistungslohn ist eine Form der Entlohnung, bei der die Höhe des Arbeitsentgelts unmittelbar von der tatsächlich erbrachten Arbeitsleistung abhängt. Im Gegensatz zum Zeitlohn, der nur die geleistete Arbeitszeit vergütet, schafft der Leistungslohn einen finanziellen Anreiz, mehr oder schneller zu produzieren. Wichtigste Ausprägungen sind der Akkordlohn und der Prämienlohn.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Leistungslohn?
Beim Leistungslohn wird die Vergütung an ein messbares Leistungsergebnis gekoppelt, beispielsweise an die gefertigte Stückzahl oder an eine eingesparte Zeit gegenüber einer Vorgabe. Voraussetzung ist, dass die Leistung des Mitarbeiters genau erfasst werden kann und von ihm selbst beeinflussbar ist. Der Leistungslohn eignet sich daher vor allem für gleichartige, sich wiederholende Tätigkeiten in der Fertigung.
Formen des Leistungslohns
Die beiden klassischen Formen sind der Akkordlohn und der Prämienlohn:
- Akkordlohn: Die Bezahlung richtet sich direkt nach der Menge. Beim Stückgeldakkord erhält der Arbeitnehmer einen festen Betrag je Stück; beim Zeitakkord wird je Stück eine Vorgabezeit vergütet. Wer schneller arbeitet, verdient mehr.
- Prämienlohn: Auf einen Grundlohn wird eine Prämie für eine besondere Leistung gezahlt, etwa für Mengen-, Qualitäts-, Ersparnis- oder Nutzungsprämien.
Ein einfaches Beispiel zum Stückgeldakkord: Beträgt der Stücklohn 0,50 € und fertigt ein Mitarbeiter 800 Stück, ergibt sich ein Lohn von 400 €.
Vor- und Nachteile
Der Leistungslohn bietet Chancen, birgt aber auch Risiken:
- Vorteile: höhere Produktivität, leistungsgerechte Bezahlung, Motivation der Mitarbeiter.
- Nachteile: Gefahr von Qualitätsmängeln durch Tempodruck, höhere Unfallgefahr, mögliche Überlastung der Beschäftigten.
Aus diesen Gründen sind Akkordverbote für bestimmte Personengruppen, etwa Jugendliche, gesetzlich vorgesehen.
Voraussetzungen für Leistungslohn
Damit ein Leistungslohn fair und sinnvoll eingesetzt werden kann, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Die Leistung muss messbar, vom Mitarbeiter beeinflussbar und von gleichbleibender Art sein. Außerdem ist meist ein Mindestlohn oder Garantielohn vorgesehen, damit der Verdienst auch bei vorübergehend geringerer Leistung – etwa durch Materialmangel oder Maschinenausfall – nicht ins Bodenlose fällt. Wichtige Rahmenbedingungen sind:
- Eine zuverlässige Erfassung der erbrachten Leistung.
- Vorgabezeiten oder Stücksätze, die sachgerecht ermittelt wurden.
- Sicherheits- und Qualitätsstandards, die trotz Tempo eingehalten werden müssen.
Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist häufig der Zeitlohn die geeignetere Entlohnungsform.
Häufige Fragen zum Leistungslohn
Worin unterscheidet sich Leistungslohn vom Zeitlohn?
Der Zeitlohn vergütet nur die anwesende Arbeitszeit, unabhängig von der Menge. Der Leistungslohn hingegen knüpft die Bezahlung an das tatsächliche Arbeitsergebnis.
Welche Formen des Leistungslohns gibt es?
Die wichtigsten Formen sind der Akkordlohn, der sich an der Stückzahl orientiert, und der Prämienlohn, bei dem auf einen Grundlohn leistungsbezogene Prämien gezahlt werden.
Für welche Tätigkeiten eignet sich Leistungslohn?
Er eignet sich für gleichartige, gut messbare und vom Mitarbeiter beeinflussbare Tätigkeiten, wie sie häufig in der Serienfertigung vorkommen. Für komplexe oder kreative Aufgaben ist er weniger geeignet.