Kalkulationszins

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Unter einem Kalkulationszins versteht man eine Methode, mit welcher man den Nutzen der Investition prüfen kann. Mit Hilfe von Kapitalmarktmodellen kann der Kalkulationszins abgeleitet werden. So kann ein Investor überprüfen, ob der erwartete Zinssatz für das angelegte Kapital die gewünschte Höhe erreicht.

Als Kalkulationszins wird ein sogenannter Zinsfuß bezeichnet. Hier wird die rechnerische Grundlage für verschiedene Verfahren in der Investitionsrechnung gebildet. Durch dieses Verfahren wird darüber entschieden, ob ein bestimmtes Finanzierungsvorhaben sinnvoll ist und sich eine Investition lohnt. Es entsteht ein Zeitwert, der dem Kalkulationszins als Ausgleich dient. Ein Investor hegt immer Erwartungen bezüglich seiner Investition und möchte verständlicherweise eine Mindestverzinsung für das eingesetzte Kapital.

Wie errechnet sich ein Kalkulationszins?

Für die Berechnung eines angenommenen Kalkulationszinses ist es wichtig, ob es sich bei dieser Berechnung um einen bestehenden finanziellen Engpass handelt oder ob ausreichend Kapital hierfür zur Verfügung steht. Im ersteren Fall orientiert sich die Höhe des Zinses dann meist an der Rentabilität der vonstattengegangenen Grenzinvestition der Unternehmen. Im zweiten Fall ist die Höhe des Kalkulationszinses oft mit der Höhe des Kapitalkostensatzes verbunden. Der Kalkulationszinssatz dient immer zur Abzinsung, also Diskontierung von den Zahlungsströmen. Das Ergebnis einer Abzinsung ist dann praktisch der Barwert vom Zahlungsstrom. Angewendet wird dieses Verfahren bei Investitionsrechnungen – das ist dann die sogenannte Kapitalwertmethode oder es basiert auf einer finanzwirtschaftlichen Unternehmungsbewertung und nennt sich dann Discounted Cashflow.

Auf den Punkt gebracht wird der Kalkulationszinssatz nach dem Opportunitätskostenprinzip abgeleitet. Das heißt, die Errechnung ergibt sich aus den besten alternativen Anlagemöglichkeiten, die ein Investor hat. Ist das geplante Investitionsprojekt realisiert worden, erhält der Investor keine Rückflüsse aus seiner alternativen Anlage. Die ihm so entgangene Rendite aus der Alternativanlage entspricht dann den Opportunitätskosten vom Investor.

Welche Bedeutung hat ein Kalkulationszins für Unternehmen?

Der Kalkulationszinssatz hat immer einen entscheidenden Einfluss für jede Unternehmens- oder Investitionsbewertung. Eine tragende Rolle spielt immer die Höhe des Kapitalwertes. Grundsätzlich ist der Kalkulationszinssatz zwar auf der Basis der subjektiven Alternativen der einzelnen Investoren abzuleiten, doch wird in der Bewertungspraxis oftmals eine Kapitalmarktanlage als sogenannte Anlagealternative unterstellt. Dadurch passiert es, dass der Kalkulationszins aus Kapitalmarktdaten stammen kann und es steht ein weniger objektives Marktkriterium in puncto Bewertung zur Verfügung. Daher verlässt man sich zur Ableitung des Kalkulationszinssatzes in der Praxis in der Regel auf die Kapitalmarktmodelle beispielsweise von Capital Asset Pricing Model.

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